Konservative Kirchen in den USA melden mehr Gläubige

23. September 2002, 07:27
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Mormonen mit prozentuell stärkstem Zuwachs - 62 Millionen Katholiken, insgesamt 66 Millionen Protestanten

Washington - Konservativ orientierte Kirchen, die von ihren Gläubigen großes Engagement verlangen, haben in den 90-er Jahren in den USA den prozentuell stärksten Zuwachs erzielt. Das geht aus einer Studie über die Stärke der Religionsgemeinschaften im Jahr 2000 hervor, die von der "New York Times" veröffentlicht wurde. Da in den USA bei Volkszählungen nicht nach dem Religionsbekenntnis gefragt wird, gilt die alle zehn Jahre durchgeführte Untersuchung als maßgebend für die statistischen Verhältnisse. Kritiker bemängeln allerdings, dass lediglich die eigenen und daher manchmal nicht ganz zuverlässigen Angaben der Religionsgemeinschaften über die Zahl ihrer Mitglieder herangezogen werden.

Die "Kirche des Jesus Christus der Heiligen der letzten Tage", die Mormonen, meldet im vergangenen Jahrzehnt einen Zuwachs von 19,3 Prozent und damit 4,2 Millionen Gläubige. Die konservativen Christlichen Kirchen und die "Kirche von Christus" meldeten 18,6 Prozent Zuwachs, die "Versammlungen von Gott" einen Anstieg der Gläubigen um 18,5 Prozent und die römisch katholische Kirche ein Plus von 16,2 Prozent.

Verlierer im letzten Jahrzehnt waren die Presbyterianer-Kirche mit minus 11,6 Prozent und die "Vereinigte Kirche von Christus" mit minus 14,8 Prozent. Die römisch-katholische Kirche ist mehr als 62 Millionen Gläubigen nach wie vor die größte Religionsgemeinschaft in den USA, gefolgt von den Südlichen Baptisten mit fast 20 Millionen Mitgliedern. Die protestantischen Kirchen stellen zusammen 66 Millionen.

Bei der vom Glenmary Research Center durchgeführten Studie wurden auch Schätzungen zur Zahl der Juden und Moslems gemacht. Demnach leben etwa 6,1 Millionen Juden in den USA. Dabei wurde auch versucht, jene zu berücksichtigen, die nicht bei einer bestimmten Synagoge aktiv sind. Die Schätzung der Moslems wurde nach den Angaben von einem Drittel der 1.200 Moscheen hochgerechnet. Demgemäß leben 1,5 Millionen Moslems in den USA - die meisten amerikanischen Moslem-Gruppen gehen hingegen von etwa sieben Millionen Moslems aus. (APA)

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