Kolumbien: Militär erhält Sondervollmachten

22. September 2002, 10:56
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Ziel ist Bürger besser zu kontrollieren, um "Einsickern von Extremisten" zu verhindern

Bogota - Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hat dem Militär in einigen Landesteilen unter Ausnahme-Recht Sondervollmachten für Hausdurchsuchungen und zur Verhängung von Ausgehverboten erteilt.

Die Einrichtung von sogenannten Zonen der Rehabilitierung und Konsolidierung diene dazu, die Bürger dort besser kontrollieren zu können und das Einsickern von Extremisten der paramilitärischen Rechten und der linksgerichteten Guerrilla zu verhindern, erläuterte Verteidigungsministerin Marta Lucia Ramirez die Entscheidung des Präsidenten. Zu den ausgewiesenen Gebieten gehören Teile der Provinzen Bolivar und Sucre und ein Teil der Öl-Provinz Arauca.

In den Sonderzonen werden Polizei und Militär unter einem einheitlichen Zentralkommando zusammengefasst. Die Bewohner müssen ständig Sonderausweise mit sich führen. Ausländer benötigen spezielle Regierungserlaubnis, um dorthin zu reisen. Geplant sind zugleich besondere Strukturhilfen für die Regionen, um dem Einfluss der Rebellenbewegungen gegen zu steuern.

Seit 38 Jahren herrscht in Kolumbien ein Guerrilla-Krieg mit Tausenden von Toten in jedem Jahr, hinzu kommen Gewaltaktionen der dort aktiven Rauschgift-Banden. (APA/Reuters)

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