Anklage gegen Militärkommandanten wegen Hubschrauberabsturz

21. September 2002, 18:31
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Transporthelikopter wurde von Rebellen in Tschetschenien abgeschossen

Moskau - In Zusammenhang mit dem Absturz eines russischen Transporthubschraubers in Tschetschenien im August hat die Militärstaatsanwaltschaft am Samstag Anklage gegen einen Luftwaffenkommandanten erhoben, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Der Hubschrauber vom Typ Mi-26 wurde nach offiziellen Angaben von tschetschenischen Rebellen abgeschossen, wobei 119 Insassen ums Leben kamen. Dennoch hat die russische Führung auch Fehler des Militärpersonals angeprangert.

Wie Militärstaatsanwalt Wladimir Samusew mitteilte, wird dem Angeklagten, Oberstleutnant A. Kudjakow, die Verletzung von Sicherheitsbestimmungen vorgeworfen. So soll der Hubschrauber, der über nur 82 Sitzplätze verfügte, überladen gewesen sein. Nach den offiziellen Flugdokumenten befanden sich 147 Insassen an Bord des größten Transporthubschraubers der Welt, nach Angaben von Samusew sollen es sogar 154 gewesen sein. Im Falle einer Verurteilung drohen Kudjakow bis zu zehn Jahre Haft. Wie die Militärstaatsanwaltschaft mitteilte, sollen noch weitere Offiziere angeklagt werden. (APA/AP)

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