Mazedonien: Ahmeti-Partei rechnet mit Regierungsteilnahme

21. September 2002, 17:10
5 Postings

DUI wünscht Schlüsselressorts wie Verteidigung oder Inneres

Belgrad/Skopje - Die Demokratische Integrationsunion (DUI), die Partei des früheren Führers der vor einem Jahr aufgelösten albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" von Mazedonien, Ali Ahmeti, rechnet mit ihrer Regierungsteilnahme. Die DUI hatte am letzten Sonntag den erwarteten Wahlerfolg verbucht und sich im neuen mazedonischen Parlament als führende Albaner-Partei 17 von 120 Sitzen gesichert. Die bisher regierende Demokratische Partei der Albaner (DPA) liegt mit sieben Parlamentssitzen weit zurück.

DUI-Sprecher Agron Buxhaku erklärte laut Presseagentur Tanjug, dass seine Partei einige der "Schlüsselressorts wie Verteidigung oder Inneres" begehrt. Auch Parteichef Ahmeti sei der Ansicht, dass auf dem Balkan die Zeiten der Großstaatsideen und Träume vorbei sind und es gelte sich nach europäischen Normen und Regionalintegrationen zu richten, wurde Buxhaku von der Presseagentur zitiert.

Der slawische Wahlsieger der Parlamentswahl, die Koalition "Gemeinsam für Mazedonien", eine Vereinigung der größten bisherigen Oppositionspartei, des Sozialdemokratischen Bundes Mazedoniens von Branko Crvenkovsi, und neun kleinen Minderheitenparteien, unternahm noch keine konkreten Schritte zur Regierungsbildung. Aus der Partei Crvenkovskis, die 60 Parlamentssitze hat, wurde allerdings angekündigt, dass es "politisch falsch" wäre, die Partei, die die größte Zahl der Albanerstimmen errungen habe, zu isolieren.

Koalitionssprecher Jani Makraduli wies darauf hin, dass die Siegerkoalition bei der Wahl des albanischen Regierungspartners die Grundziele der Siegerkoalition zu wahren gedenke. Diese sind Wahrung der Gebietseinheit und der Landessouveränität, Frieden und Befugnisse des Rechtsstaates auf dem gesamten Landesgebiet, Kampf gegen den Terrorismus und die organisierte Kriminalität und Bemühungen um die EU- und NATO-Mitgliedschaft.

Die bisher regierende Innere Mazedonische Revolutionsorganisation-Demokratische Partei der Nationaleinheit (VMRO-DPMNE) errang bei der Wahl 33 Parlamentssitze, weitere zwei Sitze fielen der albanischen Partei der Demokratischen Prosperität zu, noch einen Parlamentssitz wird die albanische Nationale Demokratische Partei haben. (APA)

Share if you care.