Kroatischer General Norac muss möglicherweise nach Den Haag

21. September 2002, 16:59
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Bisher Prozess wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Kroatien

Zagreb/Den Haag - Der frühere kroatische Armeegeneral Mirko Norac wird möglicherweise nach Den Haag ausgeliefert. Das berichtete die Tageszeitung "Novi List" am Samstag. Norac wird vorgeworfen, für die Ermordung von serbischen Zivilisten und Kriegsgefangenen in der Ortschaft Gospic verantwortlich zu sein. Norac hatte die Aktion "Medaks Pocket" geleitet, mittels derer die Belagerung von Gospic durch aufständische serbische Truppen beendet wurde. Bei der Aktion waren am 8. und 9. September 1993 29 serbische Zivilisten und fünf gefangene Soldaten getötet wurden.

In diesem Zusammenhang war am Freitag auch Anklage gegen den ehemaligen kroatischen Generalstabschef Janko Bobetko erhoben worden. Bobetko habe von den Kriegsverbrechen gewusst und diese nicht unterbunden. Vizepemier Goran Granic erklärte, die kroatische Armee habe die Verpflichtung gehabt, die Region von "Terroristen zu befreien." Kroatien solle einen Rechtsstreit mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien überlegen, sagte Granic..

Auch Norac wurde vom UNO-Tribunal in Den Haag angeklagt. Bisher wurde den kroatischen Behörden aber erlaubt, den Prozess selber zu führen. Wie auch der "Lora-Prozess" in Split soll er dazu dienen, die Glaubwürdigkeit der kroatischen Justiz unter Beweis zu stellen. (APA)

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