Israels Armee warnt vor "riesiger Explosion" in Arafats Amtssitz

21. September 2002, 22:50
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Menschen zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert - Arafat will in seinem Hauptquartier bleiben

Ramallah - Die israelische Armee hat alle Menschen im belagerten Hauptquartier von Palästinenserpräsident Yasser Arafat ultimativ zum Verlassen des Komplexes aufgefordert. Die Soldaten kündigten eine "riesige Explosion" an, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ramallah im Westjordanland berichtete.

Die Armee belagert Arafats Amtssitz seit Donnerstag. Dort hielten sich nach übereinstimmenden israelischen und palästinensischen Angaben bis zu 250 Menschen auf.

Auch Arafat soll Amtssitz verlassen

Die israelische Armee hat nach palästinensischen Angaben auch PLO-Chef Arafat und dessen Gefolgsleute zum Verlassen des weitgehend zerstörten Amtssitzes in Ramallah aufgefordert. Wie am Samstagabend aus palästinensischen Sicherheitskreisen weiter verlautete, wollten Armee-Einheiten mit Gastanks eines der beiden noch verbliebenen Gebäude der Autonomiebehörde in Ramallah sprengen. Da der Einsturz von Arafats benachbartem Bürogebäude nicht ausgeschlossen werden könne, solle der Palästinenserführer das Haus verlassen. Von der israelischen Armee lag keine Bestätigung vor.

Israel Ministerpräsident Ariel Sharon hatte zuvor angekündigt, dass er das Hauptquartier Arafats so lange belagern lassen wolle, bis 20 mutmaßliche palästinensische Terroristen ausgeliefert würden. Zugleich stellte ein Sprecher Sharons klar, dass Arafat kein persönlicher Schaden zugefügt werden solle.

Arafat kann sich in seinem Hauptquartier in Ramallah nach den Zerstörungen durch die israelische Armee nur noch auf einer kleinen Fläche eines Stockwerks bewegen und seine Amtsgeschäfte nicht mehr führen.

Arafat will Hauptquartier nicht verlassen

Palästinenserpräsident Yasser Arafat wird nicht - wie von der israelischen Armee gefordert - sein Hauptquartier in Ramallah verlassen. Das teilte der palästinensische Informationsminister Yasser Abed Rabbo am Samstagabend mit. (APA)

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