Straw: Saddam Hussein will Autorität der UNO verhöhnen

21. September 2002, 16:23
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Schröder kritisiert ebenfalls jüngste Äußerungen aus Bagdad

London/Rostock - Der irakische Staatschef Saddam Hussein will nach Ansicht des britischen Außenministers Jack Straw die Autorität der Vereinten Nationen verhöhnen. Bagdad sage ganz "offenkundig die Unwahrheit", wenn es behaupte, es besitze keine Massenvernichtungswaffen, erklärte Straw am Freitag in London. Gegenüber dem Angebot Bagdads, UNO-Waffeninspektoren bedingungslos ins Land zu lassen, sei "extreme Skepsis" angebracht. Der Irak versuche bereits wieder, Bedingungen zu stellen, sagte Straw zur Haltung Bagdads, das am Samstag einer neuen möglichen UNO-Resolution von vorneherein eine Absage erteilte.

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisierte seinerseits die jüngste Erklärung der irakischen Führung zu einer eventuellen neuen UN-Resolution. Er sagte am Samstag bei einer Wahlkampfkundgebung in Rostock, der Nahe Osten brauche "viel neuen Frieden, aber keinen neuen Krieg". Deshalb dürfe man keine "neuen Forderungen draufsatteln".

Die Entscheidung, weiteren Entschließungen nicht Folge zu leisten, sei bei einem Treffen von Staatschef Saddam Hussein mit ranghohen Regierungsmitarbeitern getroffen worden, hieß es im staatlichen irakischen Rundfunk. "Amerikanische Regierungskreise bemühen sich nach Medienberichten, eine neue, schlechte Resolution im Sicherheitsrat zu erarbeiten oder zu verabschieden", hieß es weiter.

Der irakische Außenminister Nadji Sabri hatte am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung in New York gesagt, sein Land sei frei von "sämtlichen atomaren, chemischen und biologischen Waffen". Alle gegenteiligen Behauptungen seien erfunden. Die US-Regierung hatte Sabris Rede umgehend als "Täuschung" bezeichnet. Großbritannien gilt als wichtigster Verbündeter Washingtons im harten Kurs gegen Bagdad. (APA/AP)

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