Nicht das Handy, der Mensch soll eine Nummer bekommen

21. September 2002, 12:46
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Steirischer Innovationspreis "Fast Forward Award" für Brennstoffzellen-Auto und "blutloses" Herzuntersuchungsgerät vergeben

Ein Gerät zur detaillierten Herzuntersuchung ohne Endoskopie, entwickelt von der Grazer Firma CM Systems Medizintechnik, hat Freitagnacht in Graz den "Fast Forward"-Innovationspreis der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG) erhalten. Verliehen wurden Preise in vier Kategorien, nämlich für Innovationen von Kleinst-, Klein-, Mittel- und Großunternehmen. Weitere Preisträger waren Magna Steyr mit einem neuen Wasserstofftank für Fahrzeuge mit Brennstoffzelle, die Alicona Imaging GmbH mit einem volldigitalen Mikroskop zur Oberflächenanalyse sowie das Unternehmen Rochus Penz aus Aichdorf/Zeltweg mit seinem neuen speziellen Auslegerkran.

Kleinstunternehmen

In der Kategorie Kleinstunternehmen (bis neun Mitarbeiter) wurden aus 99 Einreichungen von einer Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in zwei Bewertungsrunden drei Unternehmen nominiert, von denen schließlich die Alicona Imaging GmbH mit ihrem weltweit in dieser Form einzigartigen volldigitalen Mikroskop den ersten Platz verbuchen konnte. Der erste Preis jeder Kategorie ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Plätze in der Kategorie Kleinstunternehmen teilten sich die Alumonte Gmbh mit ihrem neuen energieverbrauchsarmen Alu-Umschmelzverfahren sowie die HS Art Digital Service, die ein neues schnelles Verfahren zur computergenerierten Restaurierung alter Filme vorstellte.

Keine chirurgischen Schnitte notwendig

Bei den Kleinunternehmen (zehn bis 49 Mitarbeiter) siegte die CM Systems Medizintechnik mit ihrem Herzuntersuchungssystem, das früher übliche chirurgische Schnitte überflüssig macht. Es wird auch der steirische Beitrag bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Innovation im Jänner 2003 in Wien sein. An dem Gerät hat auch die NASA bereits Interesse angemeldet. Die beide anderen endnominierten Firmen waren die Platingtech Kollmann GmbH aus Niklasdorf, die ein spezielles Verfahren zur Beschichtung von Autogetrieben entwickelt hat sowie die Oridis Biomed mit ihrer innovativen Technologie zur Medikamentenentwicklung gegen Krebs.

Lagerraum kann besser genutzt werden

In der Kategorie mittlere Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeiter) überzeugte die Firma Rochus Penz, deren neues Kransystem mit gebogenem Teleskopausleger neue Dimensionen in der Frachtenlagerung schaffen wird, etwa bei Terminals und Häfen. Mit dem Gerät kann der vorhandene Lagerraum um ein Drittel besser genutzt werden. Die Dewetron Graz schuf ein Analysegerät für Spannungsausfälle, um Störungen in elektrischen Anlagen besser orten zu können und das Materials Center Leoben präsentierte ein Verfahren zur Charakterisierung des Ausscheidungsverhaltens von Werkzeugstählen mittels dynamischer Wärmehärteprüfung.

Nummer für Mensch nicht fürs Handy

Die steirischen Großunternehmen setzten beim "Fast Forward Award" auf Zukunftstechnologien: Sieger Magna Steyr stellte einen speziellen Wasserstofftank für Brennstoffzellen-Autos, der demnächst versuchsweise bei BMW zum Einsatz kommt. Die Wolfram Bergbau in St. Martin im Sulmtal punktete mit wolframkarbidbeschichteten Hochpräzisionsbohrern für Handyleiterplatten und die Infonova GmbH mit einem Telekommunikationsvorhaben: Danach soll jeder Mensch und nicht jedes Telefon eine eigene Nummer erhalten, was eine von Infonova präsentierte weltweite Vernetzungskoordination erfordert.(APA)

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