Reichhold ist neuer FP-Obmann

22. September 2002, 10:04
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92,2 Prozent der Delegiertenstimmen - Gestecktes Ziel deutlich überschritten - Haupt, Prinzhorn, Bleckmann und Walch zu Stellvertretern gewählt

Wien - Mathias Reichhold (45) wurde beim Sonderparteitag der FPÖ am Samstag Nachmittag in Oberwart mit 92,2 Prozent zum siebenten Parteiobmann der Freiheitlichen Partei gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. Damit hat Reichhold sein selbst gestecktes Ziel von 80 Prozent deutlich überschritten.

Er folgt in dieser Funktion Susanne Riess-Passer nach, die nach schweren parteiinternen Differenzen vor zwei Wochen ihren Rücktritt erklärt hatte. Riess-Passer, die an dem Parteitag in Oberwart nicht teilgenommen hat, erhielt bei ihrer letzten Kür zur Bundesparteiobfrau am 9. Juni 2002 90,8 Prozent der Delegiertenstimmen.

Vier Stellvertreter gewählt

Problemlos ging auch die Kür der vier Stellvertreter von Mathias Reichhold am Samstag beim FPÖ-Parteitag über die Bühne. Sozialminister Herbert Haupt (54) kam auf 96,1 Prozent der Delegierten-Stimmen, die steirische Landtags-Abgeordnete Magda Bleckmann (34) auf 83,1 Prozent, der Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (59) auf 72,1 Prozent und der oberösterreichische Arbeitnehmer-Vertreter Maximilian Walch (50) auf 70,3 Prozent. Alle vier nahmen die Wahl an.

Reichhold warb für seine Wahl

Der designierte FPÖ-Obmann Mathias Reichhold hat Samstag beim FPÖ-Parteitag in einer knapp dreiviertelstündigen Rede vor den 633 anwesenden Delegierten für seine Wahl geworben. Dabei rückte der Infrastrukturminister immer wieder seinen Vorvorgänger, Kärntens LH Jörg Haider, ins Zentrum: "Ich stehe hier, weil Jörg Haider entschieden hat, nicht zum Parteiobmann zu kandidieren." Er wolle dem Kärntner Landeshauptmann Respekt, Anerkennung und Dank aussprechen, für das, was er geleistet habe, sagte Reichhold, was von dem Delegierten mit Standing Ovations beantwortet wurde.

In seiner Rede versuchte der neue FPÖ-Chef einen Bogen zwischen den verschiedenen Lagern innerhalb der Freiheitlichen zu schlagen. Einerseits sprach er von einem Recht der Partei auf einen Sonderparteitag, andererseits betonte er, dass Vorfälle wie in den letzten Wochen nicht mehr möglich sein könnten: "Sorgen wir dafür, dass es nie wieder zu einem zweiten Knittelfeld kommt." Gleichzeitig verwahrte sich der neue FPÖ-Chef aber dagegen, gegen die gegen seine Vorgängerin Susanne Riess-Passer rebellierenden Delegierten mit martialischer Wortwahl vorzugehen: "Es gibt bei uns keine Putschisten."

Für die Zukunft versprach Reichhold eine bessere Information der Parteibasis. Ab nun sei wieder einheitliches Auftreten gefragt: "Deshalb will ich heute kein Köpferollen, sondern Gespräche. Deshalb will niemand ein Blutbad, sondern Gemeinschaft." (APA)

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    92,2 Prozent für Reichhold

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