Petritsch wird Spitzenkandidat der SPÖ in Wien

21. September 2002, 15:50
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Bei Regierungsbeteiligung der SPÖ soll Petritsch Außenminister werden

Wien - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird der Diplomat Wolfgang Petritsch Spitzenkandidat der SPÖ in Wien. Aus der SPÖ verlautet, dass Petritsch im Fall einer Regierungsbeteiligung der SPÖ auch den Posten des Außenministers bekleiden soll, so dieses Amt den Sozialdemokraten zufällt.

Petritsch bekleidete in den vergangenen Jahren wichtige internationale Funktionen. Der früherer Pressesprecher Bruno Kreiskys war unter anderem EU-Beauftragter für den Kosovo, leitete die Kosovo-Friedensgespräche von Rambouillet und war bis Juni dieses Jahres Hoher Beauftragter der internationalen Gemeinschaft in Bosnien, wo er das Friedensbakommen von Dayton umzusetzen hatte. Derzeit ist Petritsch österreichischer Botschafter bei den internationalen Organisationen in Genf.

Der 55-jährige Kärntner, Sohn eines Gastwirts, ist Angehöriger der slowenischen Minderheit.

Gusenbauer: "Hervorragendes Signal"

Sehr erfreut zeigte sich SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer am Samstag, dass der Diplomat Wolfgang Petritsch als Spitzenkandidat der Wiener SPÖ für die Nationalratswahl gewonnen werden konnte. "Seine Kandidatur ist ein hervorragendes Signal", Petritsch sei "wahrscheinlich der weltberühmteste österreichische Diplomat", sagte Gusenbauer gegenüber der APA. Sollte die SPÖ in der nächsten Regierung sein, wäre Petritsch die "absolut erste Adresse" für das Amt des Außenministers, sagte Gusenbauer - auch wenn er, wie man wisse, "keine Kabinettsposten vor der Wahl verteile".

Petritsch, der in Bosnien als EU-Sonderbeauftragter, "Hervorragendes geleistet" habe, erfreue sich des Vertrauens der gesamten Staatengemeinschaft. Und er genieße auf Grund seiner "höchst erfolgreichen Tätigkeit über alle Parteigrenzen hinweg einen außerordentlich guten Ruf". Petritsch könnte, so Gusenbauer, "ganz Wesentliches" für die österreichische Außenpolitik beitragen.

Gerade in der Außenpolitik gebe es "enormen Bedarf, etwas zu tun". So müsse das Verhältnis mit den Nachbarstaaten - wo es in den vergangenen zweieinhalb Jahren viele Irritationen gegeben habe - neu gestaltet werden, wenn Österreich nach der EU-Erweiterung seinen "Platz im Herzen Europas auch tatsächlich ausüben soll", meinte Gusenbauer. "Für diese neue Qualität des Regierens, von Politik steht Petritsch".

Am zweiten Listenplatz auf der Wiener Landesliste steht die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl, berichtete ein Sprecher der Wiener Partei. (APA)

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