Mehrere Sudanesen in den USA unter Terrorverdacht inhaftiert

20. September 2002, 21:31
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Keine Angaben über Anklage

Washington - In den USA sind mehrere Sudanesen unter Terrorverdacht in Haft genommen worden. Ein Regierungsbeamter erklärte am Freitag in Washington, die Männer würden an einem geheim gehaltenen Ort verhört. Was ihnen vorgeworfen wird, wurde nicht mitgeteilt. Der Beamte wies aber einen Bericht der "Washington Times" zurück, wonach in Kanada nach einem sudanesischen Luftwaffenpiloten gefahndet wird, der einen Anschlag mit einem Flugzeug auf das Weiße Haus planen soll.

Der Zeitung zufolge gehört der Mann, der vergangene Woche nach Kanada eingereist sei, dem El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden an. Gemäß den Anschlägen vom 11. September plane er die Entführung einer Passagiermaschine, um sie in den Amtssitz von US-Präsident George W. Bush stürzen zu lassen. Die Kriminalbehörde FBI und der Geheimdienst CIA suchten in Kanada gezielt nach dem ihnen namentlich bekannten Mann, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Die kanadischen Behörden hätten allerdings keine Unterlagen über seine Einreise.

Der Beamte erklärte, in den vergangenen Wochen seien zahlreiche Festnahmen im Rahmen des Anti-Terror-Programms der Regierung erfolgt. Unter den zu Verhören Inhaftierten befänden sich auch mehrere Sudanesen. Zurzeit laufe aber "niemand frei herum, der ins Weiße Haus fliegen will", fügte der Beamte hinzu.

Amerikanische Wissenschaftler warnten, dass die USA nicht ausreichend auf Terrorangriffe gegen ihre Lebensmittelversorgung vorbereitet seien. In einer Studie des Nationalen Forschungsrates hieß es, ein solcher Anschlag würde zwar nicht zu einer Hungersnot führen, könnte aber das Vertrauen der Öffentlichkeit erschüttern und die Wirtschaft ruinieren. Terroristen könnten Erreger von Infektionskrankheiten über die Grenze schmuggeln und Rinder mit BSE infizieren, Milzbrand verbreiten oder Getreide mit Bakterien verseuchen.

Die zwölf Ratsmitglieder riefen die Regierung deshalb auf, das Land besser vor Angriffen mit Biowaffen zu schützen. So müssten die Kommunikation mit den Geheimdiensten, Universitäten und Bauernverbänden verbessert und der Grenzschutz verstärkt werden. Landwirtschaftsministerin Ann Veneman erklärte, ihr Ministerium bemühe sich bereits um eine verstärkte Sicherung der Nahrungsmittel. (APA/AP)

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