Neue Berichte über Bin Laden

20. September 2002, 20:04
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US-Sender ABC: Bin Laden unterzog sich in Pakistan Nierentransplantation - Zeitung: Mutmaßlicher Terrorchef appelliert an Geduld seiner Anhänger

Kairo/Hamburg/Washington - Um den Verbleib des mutmaßlichen Terroristenchefs Osama bin Laden gibt es neue Spekulationen: Wie der US-Fernsehsender ABC am Freitag unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete, soll sich der Chef des El-Kaida-Netzwerkes in Pakistan aufhalten und dort eine neue Niere eingepflanzt bekommen haben. Bin Ladens Ziel sei es, in den Jemen auszureisen. Dorther stammen seine Vorfahren.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatte allerdings erst in der vergangenen Woche versichert, dass sich der mutmaßliche Terroristenführer nicht in seinem Land aufhalte. Bin Laden könne schwerlich in Pakistan sein, ohne dass dies bemerkt würde. Musharraf ging davon aus, dass der El-Kaida-Chef tot ist.

Bin Laden stammt zwar aus Saudiarabien, doch hatte ihm die dortige Regierung schon vor Jahren die Staatsbürgerschaft entzogen. Laut ABC könnte er in den Jemen ziehen wollen, da der Bin-Laden-Clan dort noch immer großen Rückhalt unter verschiedenen Stammesgruppen genießt.

Bin Laden: "Dieses Mal war es ein Punkt für sie" Der Anführer der Terrororganisation El Kaida, Osama bin Laden, soll seine Anhänger nach der Festnahme von Ramzi Binalshibh zu Geduld aufgerufen haben. Das berichtete die arabische Tageszeitung "Al-Sharq Al-Awsat" am Freitag unter Berufung auf eine Islamisten-Gruppe namens "Hasn El Qalaa" (Die geschützte Zitadelle). Die Gruppe habe die Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers der Terroranschläge vom 11. September bestätigt, nachdem in Islamistenkreisen in den vergangenen Tagen Zweifel daran geäußert worden waren, dass es sich bei dem Festgenommenen wirklich um den 30 Jahre alten Jemeniten aus der Hamburger Terrorzelle handelte.

Bin Laden habe nach Angaben der Gruppierung, nachdem man ihm von der Festnahme berichtet habe, gesagt: "Dieses Mal war es (ein Punkt) für sie und Gott hilft uns, aber die nächsten Male wird es nach Gottes Willen für uns sein und unsere Brüder müssen geduldig sein. Diese Sunna (Überlieferung vom vorbildlichen Weg des Propheten Mohammed) muss in Zeiten des Kampfes befolgt werden: Verwundung, Ermordung und Gefangennahme und leidvolle Prüfung und dann folgt das Erreichen unserer Ziele und wir bitten Gott, dass wir unseren Sieg erreichen".

Binalshibh wurde nach seiner Festnahme in Pakistan laut "Spiegel" anhand von Fingerabdrücken identifiziert. Die Fingerabdrücke seien ihm 1995 in Deutschland abgenommen worden, als er in der Bundesrepublik Asyl beantragt habe, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin vorab aus seiner jüngsten Ausgabe. Nach seiner Festnahme vergangene Woche im pakistanischen Karachi war er den USA übergeben worden. Wo er festgehalten wird, ist unklar.

Der "Spiegel" berichtete, inzwischen habe US-Justizminister John Ashcroft Innenminister Otto Schily (SPD) zugesagt, bei den Ermittlungen gegen den angeblichen Mitorganisator der Anschläge vom 11. September umfassend zu kooperieren. Schily sagte dem Magazin: "Ich habe die persönliche Zusage von ihm bekommen, dass wir Zugang zu allen Erkenntnissen erhalten, die im Rahmen der Ermittlungen anfallen." Bereits in der kommenden Woche solle eine Delegation des Bundeskriminalamts zum FBI reisen.

Nach Informationen des "Spiegel" soll Binalshibh bei ersten Vernehmungen erklärt haben, er habe Bin Laden seit langer Zeit nicht mehr gesehen und wisse auch nicht, wo er sei.(APA/dpa)

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