FP-Landauer befürwortet Freier-Strafen

20. September 2002, 19:15
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Wiener SPÖ bereitet Novellierung des Prostituierten- gesetzes vor

Wien - Freier, die am Strich Sexdienste in Anspruch nehmen, will nun auch die FP bestraft sehen. Karin Landauer, nicht amtsführende Stadträtin, schließt sich damit Vorschlägen von Frauenstadträtin Renate Brauner (SP) an.

In Brauners Ressort bereitet man die Novellierung des Prostituiertengesetzes vor. Bis dato werden nur jene Frauen bestraft, die illegal (ohne Registrierung und Gesundheitschecks) am Strich arbeiten. Landauer will auch jene bestrafen, die die - ihrer Ansicht nach - "eskalierende illegale Prostitution" in der "Anbahnung oder Ausübung" unterstützen. Zur Erinnerung: FP-Chef Hilmar Kabas gab einst die "richtige Stoßrichtung" gegen illegale Prostitution vor, als er in einer "illegalen Russenhütte" recherchierte.

Gegen Bestrafungen aller Art wenden sich die Grünen. Sie wollen Sexarbeiterinnen sozialrechtlich absichern und ihnen Bildungsprojekte und Ausstiegshilfen anbieten.

ExpertInnen zweifeln, dass die Prostitution mit Strafen eingedämmt werden kann. Sie fürchten eher, dass die Szene weiter in die Anonymität abdriftet. Gesundheitsvorsorge könne dann kaum mehr geleistet werden.

(aw, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 21./22.9.2002)

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