Russland unterstützt Rückkehr von Waffeninspektoren nach Irak

20. September 2002, 18:41
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Frankreich zu neuer UN-Resolution bereit

Moskau/Paris - In der Irak-Krise hat sich Russland für eine unverzügliche Wiederaufnahme der UN-Waffenkontrollen ausgesprochen. Dies habe Präsident Wladimir Putin seinem US-Kollegen George W. Bush in einem Telefonat mitgeteilt, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Freitag unter Berufung auf den Kreml. In dem Gespräch sei es in erster Linie um das unerwartete Einlenken der irakischen Regierung in der Frage der UN-Inspektionen gegangen. Beide Staatschefs hätten vereinbart, sich im Oktober am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels in Mexiko zu treffen. Der Kreml machte keine Angaben darüber, ob die beiden Präsidenten auch über die von den USA geforderte neue UN-Resolution gesprochen hatten, die Russland bislang ablehnte. Washington fordert eine solche scharfe Resolution, in der Bagdad zu einer bedingungslosen Entwaffnung aufgefordert werden soll.

Zuvor hatte sich Frankreich bereiterklärt, eine solche Resolution mitzutragen. Zwar sei eine neue Resolution aus Sicht der französischen Regierung nicht zwingend notwendig, sagte Außenamtssprecher Fran#ois Rivasseau in Paris. Sie könne aber "nützlich" sein, "um den Druck der gesamten internationalen Gemeinschaft auf Bagdad aufrecht zu erhalten". Der Irak dürfe die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft nicht anzweifeln, "denn wir wollen vollständig sicher sein, dass dort kein Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen im Gang ist", betonte Rivasseau. Frankreich ist wie die USA, Russland, Großbritannien und China ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat und verfügt dort damit über ein Veto-Recht.(APA)

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