Leser des Pariser-Gratisblatts "Metro" sind jung und weiblich

20. September 2002, 16:43
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... ergibt Studie - Werbung wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt

Die Leser der Pariser Gratiszeitung "Metro" sind jünger und einkommensschwächer als jene der kostenpflichtigen Tageszeitungen. Der Anteil der Frauen ist bei den "Metro"-Lesern größer, und sie schenken der Werbung mehr Aufmerksamkeit als die Leser der herkömmlichen Printmedien. Dies ergibt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Sofres.

66 Prozent der "Metro"-Leser erklärten bei der Umfrage, dass es die Werbung erlaube, "präzise Informationen über Produkte oder Angebote" zu erhalten. Bei den bezahlten Tageszeitungen beträgt der Anteil 54 Prozent. Die durchschnittliche Lesezeit beträgt bei Metro 15 Minuten, bei den anderen Tageszeitungen dagegen 22 Minuten, ergab die Studie weiters.

Ausschließlich durch Werbung finanziert

65 Prozent lesen die Gratiszeitung in der U-Bahn. Dagegen lesen nur 20 Prozent eine bezahlte Tageszeitung in der U-Bahn. Zu Hause wird "Metro" nur von zwölf Prozent der Konsumenten gelesen, bei den anderen Blättern von 40 Prozent. Der durchschnittliche "Metro"-Leser ist 36 Jahre alt, jener der bezahlten Tageszeitungen 45. 48 Prozent der "Metro"-Leser sind Frauen (gegenüber 44 Prozent bei den anderen Blättern). 45 Prozent der "Metro"-Leser (gegenüber 22 Prozent bei den anderen Blättern) sind Fabrikarbeiter oder Angestellte.

Bei der Sofres-Umfrage wurden insgesamt 607 Leser befragt. 303 von diesen lesen Metro, 304 dagegen kaufen regelmäßig die Tageszeitungen Le Figaro, Le Monde, Liberation oder Le Parisien.

Die Gratiszeitung "Metro", Eigentum des schwedischen Multimedienkonzerns Modern Times Group (MTG), ist in Paris seit dem vergangenen Frühjahr erhältlich. Das Erscheinen der Zeitung, die insgesamt in 21 Städten in 14 Ländern erhältlich ist, hatte zunächst heftige Proteste ausgelöst, vor allem seitens der Vertriebsgesellschaften im Pressewesen, die bei der Verteilung der Gratiszeitung ausgeklammert wurden (etat.at berichtete). Etablierte Zeitungsmacher sahen durch die kostenlosen Tageszeitungen die Pressefreiheit und ihre Einnahmen durch das Anzeigengeschäft gefährdet. Die Gratisblätter werden ausschließlich durch Werbung finanziert. (APA)

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