Indigenas in Brasilien misshandelt und vertrieben

20. September 2002, 15:57
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Betroffene machen Großgrundbesitzer verantwortlich

Brasilia - Bewaffnete Söldner haben im Auftrag eines Großgrundbesitzers 30 Indigena-Familien des brasilianischen Pataxo-Stamms aus ihrem Gebiet vertrieben. Das berichtet Kathpress am Freitag unter Berufung auf den katholischen Indigenamissionsrat (CIMI). Nach heftigem Beschuss, körperlicher Gewalt und der Zerstörung ihrer Häuser seien die Indios zum Verlassen der Aldeia-Region gezwungen worden, teilt der CIMI mit. Die Polizei der Gemeinde Prado habe sechs Indigenas verhaftet.

Die Indigenas machen den Großgrundbesitzer Normando de Carvalho für die Misshandlungen und Vertreibungen verantwortlich. Die Zivil- und Militärpolizei verdächtigen sie der Mittäterschaft. Von den sechs festgenommenen Indigenas sei nur ein Herzkranker freigelassen worden, und zwar mit offensichtlichen Anzeichen von Misshandlungen, berichtet der CIMI. Nach einer Protest-Erklärung habe ein Pataxo-Führer nun Todesdrohungen erhalten. Ein Mitarbeiter der staatlichen Indianerbehörde FUNAI habe dies bestätigt. (APA)

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