Immer wieder schwere Jagdunfälle in Österreich

20. September 2002, 15:20
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Wien - Der vor dem Unglück der vergangenen Nacht letzte tödliche Jagdunfall in Österreich, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kam, liegt 14 Jahre zurück und datiert aus dem Jahr 1988, wie Peter Lebersorger, Geschäftsführer des NÖ Landesjagdverbandes erklärte. Dennoch kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Zwischenfällen.

Tödlich endeten in der jüngeren Vergangenheit Ausflüge österreichischer Jäger ins Ausland.

Im November 1999 wurde in Kadesice (Westböhmen) ein 62-jähriger Jäger aus Oberösterreich erschossen, weil ihn ein tschechischer Kollege mit einem Wildschwein verwechselt hatte.

Etwas glimpflicher gingen die Jagdunfälle in den vergangenen Jahren hier zu Lande aus: Im September 1991 etwa schoss im Bezirk Graz-Umgebung ein Jäger auf einen Marder - und traf einen Studenten. Die Ärzte mussten dem 25-Jährigen 50 Schrotkugeln aus Brust und Beinen herausoperieren.

Im August 1999 wurde ein Jäger im Tiroler Zillertal von einer Kugel aus dem eigenen Gewehr verletzt.

Im Dezember 1999 wurde in der Südsteiermark der Obmann der Jagdgesellschaft bei einer Treibjagd schwer verletzt, weil ein anderen Weidmann gestolpert war und sich ein Schuss aus der entsicherten Flinte gelöst hatte.

Im April 2000 schoss sich ein Tennengauer Jäger in den Unterkiefer.

Im Juli desselben Jahres fiel ein 61-jähriger Jäger im Leithagebirge vom Hochstand und musste vom ÖAMTC-Notarzthubschrauber "Christophorus 3" geborgen werden.

Im September 2000 erschoss sich ein Jäger im Bezirk Wolfsberg, als er nach einem leichten Verkehrsunfall aus dem Auto aussteigen wollte.

Wenige Tage später - im Oktober 2000 - fiel im Bezirk Neunkirchen ein Jäger vom Hochstand und war auf der Stelle tot.

Im Bezirk Tulln verfehlte ein Schütze einen Fasan und traf einen Kollegen im Gesicht.

Im Dezember 2000 schoss sich ein Jäger im Bezirk Wiener Neustadt in den Oberschenkel - und machte seinen Hund dafür verantwortlich.

Im Oktober 2001 wurde in Gattendorf (Bezirk Neusiedl am See) ein 17-jähriger Treiber von einem 79-jährigen Deutschen übersehen - er bekam eine Schrotladung verpasst.

Im selben Monat wurde ein Spaziergänger in Tirol von Schrotkugeln verletzt, die offenbar beim Aufprall auf eine Wasseroberfläche abgelenkt worden waren.

Im November stürzte ein 51-jähriger Weidmann im Bezirk Hartberg und wurde an der Hand verletzt, da sich aus seiner Waffe ein Schuss löste.

Am selben Wochenende traf im Bezirk Feldbach eine Schrotladung einen Bürgermeister an Stelle eines Fuchses.

Im Bezirk Ried in Oberösterreich wurde im Dezember 2001 ein Jäger von einer Schrotladung am Kopf getroffen.

Ähnliches passierte einem Weidmann im Jänner 2002 im Bezirk Horn, der 20 Schrotkörner in die Oberschenkel bekam. Im vergangenen Juni stürzte ein 62-Jähriger im Bezirk Neunkirchen vom Hochstand und wurde verletzt.

Im August verletzte sich ein 65-Jähriger im Bezirk Gmünd mit dem eigenen Gewehr schwer. (APA)

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