Wildbiologe Antal Festetics für Verschärfung der Waffengesetze

20. September 2002, 14:39
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Die "antiquierten Jagdgesetze" bedürfen einer Reform - auch regelmäßige Psychotests für Waffenbesitzer könnten die Situation verbessern...

Wien - Auch wenn er sich gegen eine Anlassgesetzgebung ausspricht, plädiert der renommierte Wildbiologe Antal Festetics angesichts des jüngsten Jagdunfalles in Österreich für eine Verschärfung der Waffengesetze. "Was muss noch alles passieren, damit sich hier was ändert?", so der Wissenschafter gegenüber der APA.

Regelmäßige Psychotests

Beispielsweise regelmäßige Psychotests für Waffenbesitzer könnten die Situation verbessern. Auch die "antiquierten Jagdgesetze" würden einer Reform bedürfen. Es sei durchaus legitim, die Jagdmethoden zu hinterfragen.

Derzeitigen Jagdgesetze seien skandalös

Die derzeitigen Jagdgesetze in Österreich bezeichnete Festetics als "voll skandalöser Unsinnigkeiten". So würden etwa in Niederösterreich und Burgenland jährlich 25.000 Hermeline und Mauswiesel völlig legal mit Fallen gequält und getötet. Als Grund werde angeführt, dass diese kleinen Beutegreifer die Fasanbestände beeinträchtigen, was nachweislich nicht stimme. Dass die Dohle - ein Singvogel - ganzjährig bejagt werden dürfe, sei ein Skandal, wie auch der Abschuss von jährlich etwa 800 balzenden Birkhähnen.

Bundestierschutzgesetz wartet seit Jahren auf Reformen

Derzeit sei es so, dass Naturschützer für ihre Argumente zur Einschränkung von jagdlichen Gepflogenheiten Beweise vorlegen müssten, tatsächlich sollte es aber umgekehrt sein. "Jäger sollten den Nachweis erbringen müssen, dass für diese oder jene Vorgangsweise eine Notwendigkeit besteht", betonte Festetics. Als vordringliche Maßnahme bezeichnete der Wildbiologe auch die Einführung eines österreichweiten Bundestierschutzgesetzes. Dies sei seit Jahren schubladisiert. (APA)

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