ODDCP-Chef Costa: Ohne Kriminalitätsbekämpfung kein Weltfriede

20. September 2002, 14:24
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UNO in Wien begeht Welttag des Waffenstillstandes - Hassan kritisiert UNO-Kosovo-Einsatz

Wien - Friede ist für die Vereinten Nationen nach den Worten des Exekutivdirektors des in Wien ansässigen Büros für Drogenkontrolle und Verbrechensvorbeugung (ODCCP), Antonio Maria Costa, "mehr als Waffenstillstand und die Abwesenheit von Krieg". "Für uns gibt es keinen Frieden, solange wir nicht fähig sind, Drogen, Terrorismus und Kriminalität zu bekämpfen", erklärte Costa am Freitag auf einem Symposium in Wien anlässlich des am Samstag begangenen UNO-Welttages des Waffenstillstandes.

Zudem seien ein angemessener Lebensstandard, Umweltschutz, Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte ein wichtiger Bestandteil von Frieden, so Costa. "Friede ist eine bestimmte Kultur und ein Verhalten gegenüber den Mitmenschen."

Kritisch äußerte sich die ODDCP-Mitarbeiterin Nasra Hassan über ihre Erfahrungen beim UNO-Einsatz im Kosovo. Die Friedensmission habe sich zunächst auf die dringenden Probleme der Bevölkerung, wie Nahrungsbeschaffung, sauberes Wasser und dergleichen konzentriert. Erst 18 Monate nach dem Beginn der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) sei die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Angriff genommen worden. "Das war sehr spät." "Die Lehre, die wir aus Kosovo gezogen haben, ist, dass die Internationale Gemeinschaft bei Friedenseinsätzen künftig sofort die Bereiche Kriminalität und Justiz in Angriff nehmen muss."

Auf internationale Friedensmissionen dürfe die UNO nicht stolz sein, betonte Hassan. "Internationale Missionen sind die Folge von Zusammenbrüchen und nur zeitlich begrenzte Lösungen." Das Ziel von Friedensmissionen sei, den Wiederaufbau von Institutionen, der Demokratie und vor allem der Entwicklung zu gewährleisten. Lobende Worte fand Hassan für die in Österreich geleistete Arbeit im Bereich der Friedensforschung. (APA)

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    Antonio Maria Costa

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