Mit der Werbung geht es noch "bis 2004 bergab"

20. September 2002, 15:58
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Grey will sich Österreich vornehmen - Michael Himmer managt Wiener Dependance

In Deutschland ist die Werbeagenturgruppe Grey Nummer zwei hinter BBDO. In Europa liegt sie im Ranking von "Advertising Age" immerhin auf Rang neun. In der Rangliste der größten österreichischen Werbeagenturen sucht man sie zwischen Platz 20 und ferner liefen. Das soll sich ändern, lässt Bernd M. Michael, Europachef und Teilhaber von Grey Mittel- und Osteuropa wissen.

Michael Himmer übernimmt mit Jahreswechsel das Management der Werbeagentur Grey in Österreich. Zur Gruppe zählt hierzulande zudem die Mediacom. Eine der größten Mediaagenturen des Landes, die freilich in heimischen Werberankings nicht mitgezählt werden.

Himmer war zuletzt Mitglied der Geschäftsführung bei Barci & Partner/Young & Rubicam. Er soll sich um nationale Kunden kümmern - bisher adaptiert Grey mit 24 Mitarbeitern lediglich Kampagnen internationaler Kunden. Er wird auch rasch vergleichen, welche Grey-Kunden aus den Nachbarländern in Österreich von anderen Agenturen betreut werden.

"Bis 2004 geht es ergab"

Mit neuem Inlandsgeschäft (auf das auch schon das bisherige Management bei Amtsantritt hoffte) wünscht sich Michael die Wiener Dependance im Ranking viel weiter vorne: "Die gehört eindeutig unter die ersten zehn." Wann das soweit sein soll, verschweigt er allerdings - "zwei, drei Jahre" brauche es wohl, um die Agentur neu zu formieren. Himmer startet zudem in konjunkturell alles andere als freundliche Zeiten. Hoffen viele auf zarten Aufschwung bereits im kommenden Jahr, so sagt Michael Freitag vor Journalisten in Wien: "Bis 2004 geht es ergab. Wenn auch nicht so dramatisch wie zuletzt." Die fertigen Bilanzen der Unternehmen für 2002 "sieht man erst im März" - da könne sich die Stimmung noch einmal trüben.

Bei der Budgetplanung warnt Michael vor einem Schluss: Gekürzten Marketingbudgets könnten die werbenden Konzerne ihre Marktanteile sogar gehalten haben - weil alle ihre Investitionen zurückgefahren haben. Groß sei da die Versuchung, im kommenden Jahr gleich noch einmal zu reduzieren. Das dürfte an die Substanz der Marken gehen. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.9.2002)

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