Nicht streiken, sondern feiern

23. September 2002, 12:47
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Postbus feiert am Dienstag 95-jähriges Bestehen

Wien - Der Österreichische Postbus, der vorbehaltlich einer kartellrechtlichen Genehmigung Anfang 2003 an die ÖBB verkauft wird, demonstriert kurz vor dem Verlust seiner Eigenständigkeit noch einmal Geschlossenheit. Auf einem österreichweiten "Postbus-Tag" wird im Unternehmen am Dienstag, allerdings nicht - wie bereits zwei Mal dieses Jahr - gestreikt, sondern gefeiert. Anlässlich seines 95-jährigen Bestehens wird es unter anderem Aktionen für Kinder und Rundgänge durch die Schaltzentralen des Postbusses geben.

Ziel sei es, sich als Postbus "ganzheitlich" präsentieren. "Wir sehen den Tag als Zeichen, dass wir noch immer da sind und für die Verkehrsverbünde einen vertrauenswürdigen und eigenständigen Verhandlungspartner darstellen", sagte Postbus-Sprecherin Barbara Tichy am Montag.

"Postbus-Bewusstsein"

Nach der Umsetzung einer dezentralen Regionalstruktur will der Postbus öffentlich nun ganzheitlich auftreten und damit das "Postbus-Bewusstsein" nicht nur bei den Kunden sondern auch bei den Mitarbeitern stärken. "Der Postbus-Tag soll auch eine Innenwirkung haben", bekräftigt Tichy.

Mit 700 Linien ist die Österreichische Postbus AG das größte Busunternehmen der Republik. Am 6. August 1907 fuhr der erste Postbus zwischen Neumarkt und Predazzo. Heute, 95 Jahre später, befördern 1.500 Busse jährlich rund 150 Millionen Fahrgäste.

Kartellgericht entscheidet Anfang 2003

Für 116 Mill. Euro wurde der Postbus Anfang dieses Monats an die ÖBB verkauft. Vertraglich ist der Deal bereits fixiert, die kartellrechtliche Genehmigung ist aber noch ausständig und wird Anfang kommenden Jahres erwartet. Vom Kartellgericht wird es voraussichtlich auch abhängen, ob der Postbus - wie von der Regierung verlangt - nach der Übertragung an die ÖBB zu einem Drittel an Private weiterverkauft wird, oder nicht. (APA)

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