WPP setzt auf hauseigenes Wachstum

20. September 2002, 12:39
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Geschäft soll von klassischer Werbung unabhängig werden - Interesse an Scholz & Friends Deutschland

Der weltgrößte PR- und Werbekonzern WPP-Group will künftig verstärkt auf hauseigenes Wachstum setzen. Bisher ist der britische Konzern vor allem durch Übernahmen gewachsen. "Organisches Wachstum wird derzeit an den Börsen besser bewertet als Übernahmen. Unser Wachstum muss aus verbesserter Effizienz kommen", sagte WPP-Chef Martin Sorrell in einem Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD). Zudem wolle die WPP-Group das Geschäft von der klassischen Werbung unabhängiger gestalten und verstärkt auf die Märkte Europa und Asien setzen. Sorrell zeigte Interesse an der deutschen Agentur Scholz & Friends.

WPP setzt vermehrt auf PR, Direktmarketing und Marktforschung

Zurzeit stammen 45 Prozent der Einnahmen von WPP aus der klassischen Werbung. Das soll sich aber in den kommenden fünf Jahren ändern: "Sparten wie Public Relations, Direktmarketing und Marktforschung sollen dann zwei Drittel unseres Geschäfts ausmachen", so Sorrell. Dort liege das Wachstumspotenzial. Die Zukunft der klassischen Medien beurteilt er eher skeptisch, vor allem werde die Überbewertung des Fernsehens zurückgehen. Die derzeitige Werbekrise werde frühestens Ende 2003 enden, Sorrell hält aber 2004 für wahrscheinlicher. Deutschland sei hier der schwierigste Markt und werde als letztes Land die Krise überwinden, meinte der in der Branche als Skeptiker bekannte WPP-Chef.

Interesse an Scholz & Friends Deutschland

Obwohl künftig "organisches Wachstum" bei WPP angesagt ist, zeigte Sorrell laut FTD Interesse an einer Beteiligung an der Agentur Scholz & Friends. Konkrete Verhandlungen gebe es aber noch nicht. Es wird vermutet, dass die britische Werbe- und Marketinggruppe Cordiant ihren 77-prozentigen Anteil an der deutschen Agentur verringern könnte. Abgesehen von Deutschland will die WPP-Group aber auch in Asien wachsen. In China sei das Geschäft des Konzerns bereits so groß wie in Deutschland. In fünf Jahren soll jeweils ein Drittel der WPP-Einnahmen in den USA, Europa und Asien erwirtschaftet werden. Derzeit mache WPP noch 44 Prozent seines Umsatzes in den USA. (pte)

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