EU und NATO beobachten slowakische Wahlen aufmerksam

20. September 2002, 11:37
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Auch Unterschied von einem Zehntel des Prozentsatzes kann über Zusammensetzung der kommenden Regierung entscheiden

Preßburg - "Die diesjährigen Parlamentswahlen bestätigen entweder, dass die Slowakei ein mitteleuropäisches Standardland ist, oder bestätigen, dass die Slowakei auch weiterhin als problematisches Land gilt." So resümierte der Soziologe Michal Vasecka in der Tageszeitung "Sme" (Freitagsausgabe) die Bedeutung des slowakischen Wahlaktes. Aus einer ähnlichen Perspektive sehen auch die Vertreter der EU und NATO die slowakischen Parlamentswahlen.

EU-Erweiterungskommissar Günther Verheugen sagte, die Slowakei brauche eine für die EU und USA glaubwürdige Regierung. NATO-Generalsekretär George Robertson erklärte, wenn die Slowakei in der NATO akzeptiert sein wolle, so sollten Parteien gewählt werden, die den Beitritt der Slowakei in die NATO garantieren können. Die Meinungsumfragen signalisieren, dass die Mehrheit der slowakischen Wähler die Parlamentswahlen weniger dramatischer sieht, und ihr Interesse eher den Prozenten, die die einzelnen Parteien bekommen, gilt. Es ist zu erwarten, dass schon wenige Zehntelprozent die Zusammensetzung der kommenden Regierung beeinflussen könnten.

Die slowakischen Spitzenpolitiker werden unter den ersten sein, die ihre Stimmen abgeben. Um 14.00 Uhr wird Robert Fico, die dominante Persönlichkeit der diesjährigen Parlamentswahlen, in Preßburg seinen Stimmzettel in die Wahlurne werfen. Präsident Rudolf Schuster wird in Kosice nach 15.00 Uhr sein Wahlrecht ausüben. Mikulas Dzurinda kommt um 16.30 in Preßburg zur Wahlurne. Parlamentspräsident Jozef Migas wird im Städtchen Mosovce in der Mittelslowakei seine Stimme abgeben. (APA)

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