Künstliche Beatmung bei Operationen mittels Jetventilation

21. September 2002, 19:49
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Sauerstoff-Luft-Gemisch wird mit dünnem Katheter in die Atemwege geleitet

Jena - Wenn die Chirurgen der Universitätsklinik in Jena während einer Kehlkopf-Operation Platz und Übersicht brauchen, greifen die Anästhesisten zur so genannten Jetventilation. Dahinter verbirgt sich eine künstliche Narkose-Beatmung, bei der ein Sauerstoff-Luft-Gemisch unter hohem Druck und in kurzer Impulsfolge durch einen dünnen Katheter in die Atemwege geleitet wird.

Die Jetventilation verschafft dem Chirurgen mehr Übersicht und Platz für seine Instrumente. Außerdem sorge das Verfahren dafür, unerwünschte Lungenbewegungen während der Beatmung auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Besonders bei Kindern sinnvoll

Dies könne besonders in der Lungen- und der Thoraxchirurgie bedeutsam sein. Gerade bei Kindern, bei denen eingeatmete Gegenstände schonend entfernt werden müssten, sei "die Jetventilation ein effektives und sicheres Beatmungsverfahren". In der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde könnten heute etwa fünf Prozent der Narkosebeatmungen per Jetventilation durchgeführt werden.

Allerdings gibt es laut Gottschall auch Argumente, die gegen diese Methode sprechen. So sei es problematisch, die Beatmungseffektivität permanent zu kontrollieren, da der Gaswechsel bei der Jetventilation schwer zu ermitteln sei. Ein neuer Ohrclip-Sensor soll diese Schwierigkeit lösen. (APA)

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