Brasilien: Kampf gegen illegale Holzfäller

20. September 2002, 10:07
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Amazonasbewohner blockieren Fluss

Porto de Moz/Brasilien - Fast 600 Waldbewohner blockieren seit gestern mit Booten den Jaraucu-Fluss in Porto de Moz, berichtete Greenpeace heute, Freitag. Der Schiffsverkehr im Bundesstaat Para im östlichen Teil des brasilianischen Amazonasgebietes soll lahm gelegt werden, um gegen die Waldzerstörung in der Region zu protestieren. Sie fordern die Schaffung eines Sammelreservates.

Der Jaraucu-Fluss ist der Hauptkanal, auf dem illegal geschlägertes Holz transportiert wird, hieß es. In der Region dringen Bauern und Holzfäller in Waldgebiete vor, öffnen illegale Forststraßen und bedrohen die Bevölkerung, deren Überleben vom Wald abhängig ist.

Die Gemeinden forderten Sammelreservate, die der lokalen Bevölkerung traditionelle Bewirtschaftung erlauben. Das vorgeschlagene Gebiet soll eine Größe von 1,3 Mio. Hektar haben, etwa die Hälfte der Fläche von Belgien. Bauern und Politiker kämpfen laut den Umweltschützern aus wirtschaftlichen und politischen Interessen gegen das Reservat.

"Wir sind hier, um die Gemeinden im Kampf für den Schutz ihres Landes gegen das Eindringen von Holzfällern zu schützen", erklärte der österreichische Waldexperte Martin Frimmel in Porto de Moz. Sammelreservate seien ein Weg, um die nachhaltige Nutzung von Waldressourcen sicher zu stellen. (APA)

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