"O'zapft is"

20. September 2002, 20:53
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Oktoberfest-Guide für Nicht-Bayern

München - Wer als Nicht-Bayer ab Samstag das Oktoberfest in München besuchen möchte, sollte einige Grundregeln der bayrischen Lebensart und Küche beachten, um sich nicht sofort als "Saupreuß" zu outen:

Nennen Sie einen traditionell in Tracht gekleideten Bayern niemals einen "Seppl", denn bei "Guck ma, ein Seppl" kann es schnell vorbei sein mit der Festlaune. Laden Sie den missgestimmten Herrn dann aber beispielsweise auf eine Weißwurst ein und schneiden diese dann nicht mit Messer und Gabel, sondern nehmen Sie in die Finger und "zuzzeln" Sie aus, sind Sie in seiner Gunst wieder weit gestiegen. "Auszuzzeln" gilt in Bayern nicht als unhöflich, sondern als traditionsbewusst und urig.

Bestellen Sie zur Weißwurst immer Weißbier und "Brezn". Falls Sie doch eine Maß bestellen, also ein Helles, betonen Sie das "a" niemals lang, sondern immer kurz.

Fragen Sie nicht nach einer "Frikadelle", sondern lieber nach "Fleischpflanzerl". Wenn Sie auf einem Holzspieß gebratene Fische sehen, sollten Sie diese nicht als "Fisch am Stock" oder gar "Stockfisch" bezeichnen, sondern als "Steckerl-Fisch", sonst werden Sie möglicherweise einfach nicht beachtet.

Falls Sie eher den Mehlspeisen zugetan sind, sollten Sie wissen, dass ein "Datschi" kein Kosename für Hunde ist, sondern ein Zwetschkenkuchen mit Germteig, und ein "Auszogner" kein Sonnenanbeter im Englischen Garten, sondern ein Schmalzgebäck. Und verabschieden Sie sich nie mit "Tschüss" oder noch schlimmer mit "Tschüssi", da geht dem Bayern der Hut hoch. Viel Glück und "O'zapft is." (APA)

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