Explosion neben Arafats Amtssitz

20. September 2002, 12:51
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Israelische Armee zerstört drei Gebäude im Hauptquartier - Erneute Isolierung Arafats

Ramallah - Die israelische Armee hat am Freitag drei Gebäude in dem belagerten Hauptquartier von Palästinenserpräsident Yasser Arafat in Ramallah gesprengt. Nach palästinensischen Angaben erschütterten die schweren Explosionen die gesamte Stadt. Die Gebäude, eines davon der Sitz des palästinensisches Geheimdienstes, waren jedoch den Angaben zufolge bereits bei der vorangegangenen Belagerung vor einem knappen halben Jahr schwer beschädigt worden und wurden nicht mehr für Verwaltungszwecke genutzt.

Die erneute Isolierung Arafats in seinem von Panzern umstellten Bürogebäude ist die israelische Reaktion auf zwei palästinensische Anschläge, bei denen binnen 24 Stunden zwei Selbstmordattentäter insgesamt sieben Menschen mit in den Tod gerissen hatten. Am Freitag erlag ein 17-jähriger Schotte den schweren Verletzungen, die er bei dem Anschlag am Vortag in Tel Aviv erlitten hatte.

Ein israelischer Scharfschütze erschoss am Freitagmorgen ein Mitglied von Arafats Leibgarde durch ein Fenster. Arafats Sprecher Nabil Abu Rudeineh warnte, die Lage im Hauptquartier sei sehr gefährlich, obwohl der Präsident unverletzt sei. In dem Hauptquartier in Ramallah befinden sich weiterhin etwa 300 Menschen, darunter nach israelischen Angaben mehrere von Israel gesuchte Palästinenser. (APA/dpa)

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    Rauchschwaden über dem Amtssitz Arafats, kurz nachdem die israelische Armee ein Gebäude des Komplexes vernichtete

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