Sessel-Räumen im Nationalrat

20. September 2002, 08:36
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Routiniers verlassen das Hohe Haus

Wien - Die vorgezogenen Neuwahlen bedeuten für viele Abgeordnete auch einen verfrühten Abschied aus dem Hohen Haus. Relativ große Rochaden dürfte es bei der SPÖ geben. Bei den Freiheitlichen wird noch heftig um sichere Listenplätze gekämpft. ÖVP und Grüne freuen sich schon auf Zugewinne.

Wie zum Ende jeder Legislaturperiode gibt es auch diesmal eine Reihe von Abgeordneten, die vor allem aus Altersgründen das Parlament verlassen. In den Reihen der mandatstärksten Fraktion, der SPÖ, sind dies etwa Helmut Dietachmayr, Peter Keppelmüller, Josef Edler, Kurt Heindl, Dieter Antoni und Anni Huber. Andere Haudegen mit Rudolf Edlinger an der Spitze werden ihrer Partei auch während der nächsten vier Jahre als Parlamentarier zur Verfügung stehen.

Etwas Katzenjammer gibt es bereits bei den Freiheitlichen, die angesichts der prognostizierten Verluste bei der Nationalratswahl den einen oder anderen Platz im Nationalrat verlieren dürften. Einige haben bereits freiwillig ihren Rückzug angekündigt - an der Spitze Ex-Klubchef Peter Westenthaler, der an nicht wählbarer Stelle kandidieren will, Justizsprecher Harald Ofner, Rechnungshof-Sprecherin Beate Hartinger und die Vorarlberger Abgeordnete Irina Schoettel-Delacher. Andere wie Gesundheitssprecher Alois Pumberger oder der Vorsitzende des Rings freiheitlicher Wirtschaftstreibender, Max Hofmann, ließen noch offen, ob sie neuerlich auf der Kandidaten-Liste stehen.

Bei der ÖVP ist das Gedränge etwas geringer. Denn die Volkspartei gibt sich angesichts der guten Umfragewerte überzeugt, bei der kommenden Nationalratswahl Mandate zulegen zu können. Dementsprechend klein ist die Gruppe jener, die daran denken, nicht mehr im Hohen Haus aufzutauchen. Bereits offiziell verabschiedet hat sich der ehemalige Bauernbund-Präsident Schwarzenberger. Ihm in den parlamentarischen Ruhestand folgen werden Sozialsprecher Gottfried Feurstein, Senioren-Vertreter Gerhard Bruckmann, der ehemalige Kärntner Landeshauptmann Christoph Zernatto sowie die Abgeordneten Ernst Fink und Josef Mühlbachler. Auch der frühere Kärntner VP-Obmann Reinhard Lexer dürfte sich nicht mehr auf der Kandidaten-Liste finden.

Eine Ausnahme bilden die Grünen, bei denen sich alle Mandatare Chancen ausrechnen dürfen, kurz vor Weihnachten wieder ins Parlament zurückzukehren. Zumindest werden sämtliche 14 Abgeordneten kandidieren, einzig bei Sicherheitssprecher Peter Pilz ist unklar, ob er sich letztlich an wählbarer Stelle wiederfindet. (APA)

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