Burgenland: Soldat irrtümlich erschossen

20. September 2002, 14:25
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Jäger hielt 20-jährigen Rekrut bei Bundesheerübung für Wildschwein

Eisenstadt - Fassunglosigkeit herrscht im Burgenland nach dem Tod eines 20-jährigen Grundwehrdieners. Der 20-jährige Christian Brenner war Donnerstag Abend während einer Bundesheerübung bei Pinkafeld im Bezirk Oberwart von einem 44-jährigen Jagdaufseher durch einen Kopfschuss getötet worden. Der Schütze gab an, auf ein Wildschwein gezielt zu haben.

Blutabnahme angeordnet

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ordnete eine Blutabnahme beim Jäger an; das Ergebnis lag am Freitag allerdings noch nicht vor. Die Waffe wurde zur Untersuchung beschlagnahmt. Gegen den Südburgenländer wird wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt.

Seit September eingerückt

Angehörige des in Pinkafeld stationierten Jägerbataillons 19, die erst Anfang September eingerückt sind, befanden sich bei einer Nachtausbildung, als das Unglück passierte. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden "Geländeausnützung und Bewegungsarten" trainiert, die Soldaten befanden sich bereits auf dem Weg Richtung Kaserne, als der verhängnisvolle Schuss fiel. Ein rasch herbeigeholter Notarzt konnte den Burschen nicht mehr retten.

Wildschweinschäden

Auf Grund vermehrter Wildschäden durch Wildschweine ist im Jagdrevier Pinkafeld-Ost die Jagd auf die Tiere intensiviert worden. Donnerstag gegen 20.00 Uhr fuhr der Jagdaufseher mit seinem Geländewagen in Richtung Pinkafeld, als er nach seinen Angaben auf dem unbefestigten Güterweg zwei Wildschweine entdeckte.

Bundesheeres lehnt jedes Mitverschulden ab

Der Jäger hielt an, nahm seinen Stutzen und brachte ihn in Anschlag. Die Tiere sollen sich mittlerweile auf einer Wiese in etwa 60 Meter Entfernung befunden haben. Der Mann schoss, der Schuss verfehlte das Wild und traf in einer Entfernung von etwa 180 Meter den 20-jährigen Grundwehrdiesner in den Kopf. Seitens des Bundesheeres gebe es kein Mitverschulden an dem Unfall, betonte Oberst Sepp Erhard vom Militärkommando Burgenland. Die Jägerschaft bedauerte den Unfall zutiefst. (APA)

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