FP-Austrittswelle dank Reichhold beendet

19. September 2002, 19:32
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Bauernbund als "Kriegsgewinnler"

Wien - Die Kür von Infrastrukturminister Mathias Reichhold zum neuen freiheitlichen Bundesobmann habe die "Austrittswelle" in Tirol beendet, sagt der dortige Landes-FP-Chef, Willi Tilg. Es habe sogar wieder "vereinzelte Wieder- und Neueintritte" gegeben. Das bestätige die Richtigkeit der Entscheidung für Reichhold, so Tilg, der von einem "dringend notwendigen Befreiungsschlag" sprach. Jetzt gehe es um die Rückgewinnung des Vertrauens. Positiv findet Tilg auch, dass Volksanwalt Ewald Stadler nicht auf der Nationalratswahlliste aufscheine.

Die Wiener Freiheitlichen fanden sich am Donnerstag zu Sitzungen zusammen. Ein Köpferollen der Parteirebellen wurde allerdings ausgeschlossen. Wiens Parteiobmann Hilmar Kabas hatte offenbar signalisiert, mit jedem neuen Bundes-Parteichef zusammenarbeiten zu wollen. Auch jene, die in Knittelfeld dabei waren, seien inzwischen draufgekommen, dass die Ära Haider zu Ende gehe, hieß es.

Einen Gewinner der FPÖ-Krise gibt es bereits: Der Salzburger Bauernbund hält seine Arme weit offen und nimmt viele "verlorene Söhne" wieder auf. Bauernbund-Direktor Josef Bachleitner rechnet mit 400 bis 500 neuen Mitgliedern, die den Freiheitlichen den Rücken kehren und zum Bauernbund kommen wollen. Mit dem EU-Beitritt hätten sich etliche Bauern vom Bauernbund getrennt. Nun gebe es eine Welle zurück. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.9.2002)

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