Kolportiert: Prinzhorns Wende

19. September 2002, 19:20
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FPÖ diskutiert immer noch Alternativen zu Spitzenkandidat Reichhold

Wien - Die Nominierung

Mathias Reichholds

zum neuen Parteiobmann der Freiheitlichen dürfte hinter den Kulissen doch nicht so reibungslos über die Bühne gegangen sein, wie vor dem Publikum dargestellt. Aus Funktionärskreisen der FP sickerte durch, dass auch eine zweite, durchaus schlagkräftigere Variante diskutiert worden sei, die noch nicht ganz vom Tisch sei.

Dem Vernehmen nach sollten der Zweite Nationalratspräsident

Thomas Prinzhorn

und der zurückgetretene Finanzminister

Karl-Heinz Grasser

das neue FPÖ-Spitzenduo bilden. Prinzhorn habe sich zuerst in den Gremien zwar geweigert, sich dann aber im kleinen Kreis breitschlagen lassen. Als er vom Prinzhorn-Entschluss erfuhr, habe Reichhold sehr rasch verkündet, dass er den Parteivorsitz übernehmen werde, heißt es.

Hinweise, dass die Rolle Prinzhorns im Kampf um die Parteiführung größer als bisher angenommen ist, hat dieser selbst geliefert. Der Zweite Parlamentspräsident sagte noch kurz vor den internen Debatten um die neue Parteiführung, er werde nicht mehr kandidieren. Tags darauf nahm er diese Ankündigung überraschend zurück. Indizien lieferte auch Reichhold. Der designierte Parteichef hatte nach den Sitzungen zugegeben, er sei nur "eine von mehreren Varianten". Es gebe "auch Überlegungen, die in eine andere Richtung gehen".

Sollte Reichhold am Parteitag nicht auf die gewünschten 80 Prozent Zustimmung kommen, könnten diese "anderen Überlegungen" mit Prinzhorn/Grasser wieder spruchreif werden, heißt es. (mue/DER STANDARD, Printausgabe, 20.9.2002)

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