UNO-Anklage gegen Bobetko "verfassungswidrig"

21. September 2002, 17:02
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Kroatische Regierung erwägt Rechtsstreit

Den Haag/Zagreb - Die Anklage des UNO-Tribunals in Den Haag gegen den früheren kroatischen Generalstabschef Janko Bobetko ist nach Ansicht der kroatischen Regierung verfassungswidrig. Vizepemier Goran Granic erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur HINA. Die kroatische Armee habe im Jahr 1993 die Verpflichtung gehabt, die Region rund um "Medak Pocket" von "Terroristen zu befreien, welöche den Ort Gospic beschossen, Eigentum zerstörten und Menschen töteten." Kroatien sollte einen Rechtsstreit mit dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien überlegen, sagte Granic in der TV-Sendung "Meridijan 16".

Das Tribunal in Den Haag hatte am Freitag Anklage gegen Bobetko erhoben. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Bobetko plante jene Militäraktion, mit der am 8. und 9. September 1993 in deren Verlauf im Umfeld der Stadt Gospic durch kroatische Truppen 29 serbische Zivilisten und fünf gefangene Soldaten getötet wurden. In diesem Zusammenhang sind auch die Generäle Rahim Ademi und Mirko Norac angeklagt. (APA)

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    Der ehemalige kroatische Generalstabschef Janko Bobetko.

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