Wider die Unfassbarkeit

19. September 2002, 18:49
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Eine Amerikanerin erwarb das Recht, auf der Herren-Tour zu golfen

Edina - US-Open-Siegerin Juli Inkster hat am Vorabend des Solheim-Cups in Edina/Minnesota, bei dem ähnlich wie beim Ryder-Cup der Herren kommende Woche Europas beste Frauen gegen jene der USA golfen, schwere Kritik am Augusta National Golf Club geübt, der noch immer keine Mitgliedschaft für Frauen zulässt. "Unfassbar und skandalös, dass wir überhaupt noch immer darum kämpfen müssen. Die PGA boykottiert Klubs zwar aus rassistischen Gründen, aber nicht für das Ausschließen von Frauen", sagte die 42-Jährige.

Dass es eine Art Gleichberechtigung im Golf geben kann, hat dieser Tage Suzy Whaley gezeigt. Die 35-Jährige aus dem Bundesstaat New York gewann das regionale Qualifikationsturnier "Connecticut Open" mit zwei Schlägen Vorsprung auf Bob Mucha und damit auch das Recht, nächstes Jahr als erste Frau auf der Herren-PGA-Tour zu spielen. Whaley will sich aber erst mit ihrer Familie beraten, ob sie tatsächlich antritt. "Es gibt nichts in unseren Regeln, was ein Antreten von Frauen verbietet. Solange jemand zumindest Handicap zwei hat, darf jeder bei uns mitspielen", sagte Bob Combs von der PGA-Tour.

Inkster will beim seit 1990 alle zwei Jahre ausgetragenen Solheim-Cup den von Annika Sörenstam angeführten Europäerinnen die vor zwei Jahren in Schottland eroberte Trophäe abluchsen. Die USA sind auf heimischem Boden noch ungeschlagen und führen vor der siebenten Auflage von Donnerstag bis Sonntag mit 4:2. Sörenstam brillierte im Training mit einem Hole in One, den Europäerinnen genügt ein Remis zur erfolgreichen Titelverteidigung. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 20. September 2002, red)

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