Bauer-Verlag steigt wieder in Bieter-Wettkampf um KirchMedia ein

19. September 2002, 15:36
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Gläubiger stimmen Einzelverkauf der Sportrechte zu - Abschluss erst im November erwartet

Der Bauer-Verlag ist wieder in den Bieter-Wettkampf um die insolvente KirchMedia eingestiegen. Der Verlag habe unterstützt von der HypoVereinsbank ein neues Gebot eingereicht, hieß es am Donnerstag. Damit hat sich die Zahl der Bieter-Gruppen auf vier Konsortien erhöht. Der Verkauf wird sich wohl weiter verzögern.

Branchenkreise rechnen nun mit einem Abschluss erst Anfang November. Ursprünglich sollte der Verkauf bereits Anfang September perfekt sein. Der Sportrechtehandel wird voraussichtlich bereits in Kürze abgetrennt und einzeln verkauft. Interessenten sind das Management um Ex-Fußballer Günther Netzer sowie Leo Kirch.

Grünes Licht

Der Gläubiger-Ausschuss gab grundsätzlich grünes Licht für einen Einzelverkauf der Kirch Sport AG. Dies würde eine teilweise Zerschlagung der KirchMedia bedeuten, die ursprünglich vermieden werden sollte. Allerdings hieß es nun in Verhandlungskreisen, dass auf diesem Weg wohl ein insgesamt höherer Preis erzielt werden könne. Zudem dürfte sich der Verkauf des profitablen Sportrechtehandels einfacher gestalten als bei den übrigen Teilen der KirchMedia, zu der vor allem noch der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und der Filmrechtehandel gehören.

Unzufriedenheit

In Gläubigerkreisen macht sich Unzufriedenheit über den stockenden Verlauf der Versteigerung breit. "Es läuft nicht ideal", hieß es. Ursprünglich wollte der Gläubiger-Ausschuss die Zahl der drei verbliebenen Kosortien auf seiner Sitzung am Mittwoch weiter eingrenzen und so in die letzte Verhandlungsphase gehen. Nach der neuen Initiative des Bauer-Verlags werden die Karten nun noch einmal neu gemischt.

Bauer hatte ursprünglich gemeinsam mit Springer und dem Spiegel- Verlag ein Gebot von dem Vernehmen nach 1,4 Mrd. Euro abgegeben. Wegen des zu niedrigen Offerts kam das Konsortium nicht in die Endrunde. Gläubiger und Insolvenzverwaltung ließen aber stets eine Hintertür für einen Wiedereinstieg offen. Mit im Rennen sind weiterhin der US-Medienunternehmer Haim Saban mit dem französischen Medienkonzern TF1, Altgesellschafter um die Investmentbank Lehmann Brothers und ein Duo aus Commerzbank und dem US-Filmstudio Columbia.

Im Sportrechtebereich könnte Leo Kirch ein Comeback versuchen. Eine Gruppe, hinter der Kirch und sein Vize Dieter Hahn stehen, habe ein Gebot eingereicht, hieß es in Branchenkreisen. Als wahrscheinlichere Lösung gilt aber weiterhin ein Verkauf an das Management um Netzer, das vom früheren adidas-Chef Louis-Dreyfus unterstützt wird. Konkrete Verhandlungen mit beiden Bietern sollen möglichst umgehend aufgenommen werden. (APA/dpa)

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