Ed Fagan im Zeugenstand

19. September 2002, 15:13
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Kaprun-Prozess wird am Montag fortgesetzt

Salzburg - Außerordentlich spannend dürfte am kommenden Montag der Kaprun-Prozess in Salzburg (nach seiner Zwangspause wegen Problemen mit den Schreibkräften) fortgesetzt werden. Der umstrittene Katastrophen-Anwalt Ed Fagan aus den USA wird aller Wahrscheinlichkeit nach als Zeuge aussagen. Für Montag ist nämlich ein Arzt der US-Army als Zeuge geladen. Und da Fagan bei dieser Befragung unbedingt dabei sein will, muss er vorher selbst als Zeuge aussagen.

Fagan will vor dem Arzt aussagen

Fagan habe ihn angerufen und gebeten, dass er noch vor dem Arzt David Roath aussagen möchte. "Ich habe ihm gesagt, dass er das kann, wenn er da ist", so Seiss. Zur Erklärung: Nach der österreichischen Strafprozessordnung dürfen Zeugen, die noch nicht ausgesagt haben, nicht im Saal anwesend sein. Deshalb möchte Fagan vor Roath in den Zeugenstand.

Roath hat im November 2000 jene US-Delegation geleitet, die sich in Kaprun aufhielt. Richter Seiss will nun von ihm wissen, ob tatsächlich kurz nach der Katastrophe am 11. November ein US-Team im Unglücksstollen war und Aufnahmen gemacht hat. Der US-Major Drew Stathis hat das nämlich in einer eidesstattlichen Erklärung behauptet. Nach Überprüfungen der Salzburger Kriminalabteilung und des FBI muss aber an der Echtheit dieser Erklärung gezweifelt werden. Fagan will nun diese Aussage unbedingt hören, weil sich sein Kampf um Schadenersatz in den USA hauptsächlich auf die Aussagen von Stathis stützt.

Stollen-Gutachten

Am Freitag wird ein Sachverständiger den Stollen der Standseilbahn aufsuchen. Der Gutachter Bruno Bodlik führt dort Luftstrom-Messungen durch. Bodlik erstellt eines von drei ergänzenden Gutachten. Er soll offene Fragen über Lüftungsklappen und Türen im Alpincenter klären. Der Leobener Gutachter Karl Maurer soll die Reste der Leitungen am ausgebrannten Zug noch einmal untersuchen. Und ein Grazer Sachverständiger hat zu klären, welche Mengen Hydrauliköl aus einer gerissen Leitung ausfließen konnten und ob dadurch ein Brand entstehen konnte. (APA)

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