Boom bei Immoblien

20. September 2002, 20:54
posten

Immobilientreuhänder orten lebhaftes Interesse an Wohnobjekten der 70er und 80er Jahre

Wien - Während die Aktienmärkte von einem historischen Tiefstand zum nächsten eilen, orten Experten einen beginnenden Boom bei Wohnimmobilien. "Wir sehen Anzeichen für eine vehemente Belebung des Marktes", so Thomas Malloth, Präsident des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (ÖVI) am Donnerstag. Für den Wiener Privatanleger derzeit besonders interessant sei ein lange vernachlässigtes Segment - in den 70er- und 80-Jahren entstandene Wohnungen, zwar nicht in direkt zentralen, dennoch aber "interessanten" Lagen.

Zum einen seien Wohnungen dieses Typus heute noch relativ günstig zu haben, zum anderen hätten sie gegenüber Altbauwohnungen oft einen entscheidenden Vorteil - wesentlich geringere Sanierungs- und Umbaukosten. Während man für die Adaptierung einer 20 bis 30 Jahre alten Wohnung grob gerechnet 150 Euro pro Quadratmeter rechnen könne, entstünden bei der Altbausanierung die doppelten Kosten. Erstere seien nämlich von der Infrastruktur immer schon Kategorie A-Wohnungen gewesen, während es sich beim Altbau im Regelfall "um eine C-Wohnung mit einem netten Öferl", handle, sagte Malloth. Es gebe in Wien, aber auch in den Landeshauptstädten "eine Reihe von solche Gebäuden auch in "hochinteressanten Lagen" mit akzeptabler Anbindung an den öffentlichen Verkehr und in angenehmer Umgebung.

Wiener Bezirke 16,17,21, und 22 zunehmend interessanter

Die derzeitigen Anschaffungskosten für diese Wohnungen beziffert Malloth zwischen 870 und 1.160 Euro pro Quadratmeter. Die Preise für Wohnungen in guten und sehr guten Wiener Lagen lägen derzeit bei 1.500 und 2000 Euro. Als Beispiele für Gebiete, die zunehmend für Private zunehmen interessanter werden, führt Malloth den 21. und 22. Bezirk und "die alten bürgerlichen Viertel im 16. und 17. Bezirk" an.

Bei den "Bestlagen" in den inneren Bezirken gebe es teilweise "absurde Wertentwicklungen", oft wisse "kein Mensch, warum für einzelne Immobilien so viel gezahlt wird". Und bei den Neubauwohnungen sei durch die starken Baurückgänge der vergangenen Jahre eine Knappheit abzusehen. Ein "enormes Potenzial" ortet Malloth auch bei den Dachbodenausbauten. Dadurch könnten allein in Wien, die entsprechenden Investitionen vorausgesetzt, 600.000 Quadratmeter Wohnfläche gewonnen werden.

Auch das klassische Zinshaus habe als Anlageform weiter Konjunktur, meinte ÖVI-Vizepräsidentin Margret Funk - freilich bestehe dort eher knappes Angebot: "Gute Immobilien werden zur Zeit sehr gerne behalten, die Besitzer sind sich des Wertsteigerungspotenzials durchaus bewusst." Als "realistischen Preis" für ein Wiener Zinshaus in einer "mittleren Lage" setzt Frau Funk 720.000 Euro, also knapp 10 Mill. S an. (APA)

Zum Thema

Sicher anlegen
Das große Umdenken: Sicherheit hat sich beim Geldanlegen vor die Gewinnmaximierung gedrängt - Sparbuch , Immobilienaktien, Garantieprodukte, Gold und Fondssparen wieder gefragt Link

Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.