Sorge um Auersperg-Theater

19. September 2002, 22:14
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Schließung ist möglich

Wien - Die ausbleibende Auszahlung einer Subvention der Stadt Wien für Auersperg-Theater, das ein Konkursverfahren im Laufen hat, kritisiert Stadtrat Peter Marboe (V) am Donnerstag im Zusammenhang in einer Aussendung; diese sei "kulturpolitisch unvertretbar". Das Kulturamt entgegnet, dass es rechtlich keine Möglichkeit hätte, an einen Betrieb, gegen den ein Konkursverfahren läuft, Subventionen auszahlen.

Theaterschließung möglich

"Es droht, entgegen den dezidierten Aussagen von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) sowie Bürgermeister Michael Häupl (S) die erste Theaterschließung Wiens seit vielen Jahren", meinte Es sei "völlig uneinsichtig", warum "die bisherige Subvention für diesen Theaterraum gestrichen werden soll", so Marboe. Wenn bis Ende September keine Entscheidung im Sinne des Fortbestehens getroffen werde, sei "ein Verlust dieses Theaters unvermeidbar."

Im Kulturamt wendet man sich gegen diese Darstellung: "Es geht nicht um die Streichung von Subventionen. Wir können rechtlich an einen Betrieb, gegen den ein Konkursverfahren läuft, keine Subventionen auszahlen", sagte die Sprecherin von Mailath-Pokorny (S), Saskia Schwaiger, auf Anfrage. Die Kulturverwaltung "schließt keine Theater und eröffnet keine Theater, sie unterstützt Theater. Man kann aber nicht künstlich Betriebe aufrechterhalten, die nicht funktionieren". Das Konkursverfahren über das Theater sei durch eine Produktion im Vorjahr notwendig geworden, die "nicht funktioniert hat. Das war aber nicht unsere Schuld".

Marboe sieht in der möglichen Schließung des Theaters einen "echten Tabubruch, der allen bisherigen Aussagen der Stadtregierung zuwider läuft". "Sollten budgetäre Gründe ausschlaggebend sein für das bisherige Zögern, so wäre das ein partei- und kulturpolitischer Skandal", so Marboe. "Insbesondere wenn man soeben 145.000 Euro zusätzlich für den Rabenhof zur Verfügung stellt, aber dem Auersperg-Theater eine bereits budgetierte Subvention verweigert". Es sei "kulturpolitisch unvertretbar", einen "seit Jahren bestehenden und akzeptieren Theaterraum aufzugeben". (APA/red)

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