Berlusconis Fininvest will Kirch verklagen

19. September 2002, 13:45
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Hohe Verluste nach Pleite der Münchner Gruppe

Die Mailänder TV-Holding Fininvest unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi setzt Leo Kirch nach dem Zusammenbruch seines Medienimperiums stark unter Druck. Nach Angaben des deutschen Magazins "Stern" will Fininvest eine Klage gegen Kirch einreichen.

Wegen des Zusammenbruchs der Münchner Mediengruppe, an der Fininvest und die Medientochter Mediaset eine fünf-prozentige Beteiligung halten, habe Berlusconis Gruppe enorme Verluste erlitten. Die Fininvest-Beteiligung an der KirchGruppe in Höhe von 400 Mill. Euro wurden mit der Pleite der Kirch-Firma wertlos.

Fininvest weigerte sich, den "Stern"-Bericht zu kommentieren. Fest steht, dass Berlusconis TV-Holding die Entwicklung der Kirch-Krise genau überprüft, da sie an einer Expansion in Deutschland interessiert ist. "Wir sind zu klein, um an eine Übernahme der Kirch-Gruppe zu denken. Doch im Rahmen des Kirch-Imperiums gibt es drei TV-Kanäle und eine Werbegesellschaft, die solide sind und fast zwei Mrd. Euro erwirtschaften. Sollten die Banken die unterschiedlichen Gesellschaften trennen, könnten wir mit anderen Unternehmen ein Angebot vorlegen, weil wir über das notwendige Know-How verfügen", hatte der Mediaset-Geschäftsführer Giuliano Andreani diese Woche betont. (APA)

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