Goethes handschriftlicher Nachlass ins "Weltgedächtnis" aufgenommen

19. September 2002, 13:36
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Manuskripte wie die Reinschrift des "Faust II" und des "West-Östlichen Divan"

Weimar - Mit einer Urkunde wird die Aufnahme des handschriftlichen Nachlasses Goethes in das UNESCO-Register "Memory of the World" (Weltgedächtnis) feierlich besiegelt. Die deutsche UNESCO-Kommission werde das Dokument am kommenden Dienstag (24. September) überreichen, teilte die Stiftung Weimarer Klassik am Donnerstag in Weimar mit. Zu der Sammlung gehören Manuskripte wie die Reinschrift des "Faust II" und des "West-Östlichen Divan". Seit November 2001 zählt der Nachlass zu knapp 100 Objekten weltweit, die die UNESCO als herausragendes dokumentarisches Erbe der Menschheit besser schützen will.

Der sehr umfangreiche Dichternachlass wird seit 1885 im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt und wissenschaftlich erschlossen. Er umfasst etwa 90 Prozent aller poetischen Manuskripte Goethes (1749-1832). Nahezu vollständig erhalten sind auch die Tagebücher des Dichters aus sechs Jahrzehnten und mehr als ein Drittel seiner Briefe. Auch etwa 20.000 Briefe, die er erhielt, hatte Goethe aufbewahrt. Der Nachlass füllt rund 480 Archivkästen.

Der Direktor des Archivs, Jochen Golz, erhofft sich von der Aufnahme der Sammlung in das "Memory of the World"-Register Unterstützung der UNESCO bei der Digitalisierung der Dokumente. Seit dem vergangenen Jahr hat das Archiv eine Datenbank mit Angaben zu allen Goethe-Briefen in das Internet gestellt. Es sei derzeit aber noch nicht möglich, die Briefe selbst per Computer zugänglich zu machen. Die technische Ausrüstung für die Digitalisierung der Briefe ist nach Darstellung des Archivs zu teuer.

Die Bauten des klassischen Weimar waren bereits im Dezember 1998 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden. Dazu gehören die Wohnhäuser Goethes und Schillers und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie Schlösser und Parks. (APA)

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