Luxemburg: Scheu vor Fotos von Nitsch-Arbeiten

19. September 2002, 12:53
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Ausstellung mit Arbeiten von Heinz Cibulka vom "6-Tage-Spiel" von Staatlicher Sparkasse abgesagt

Wien - Weil in einer für die Staatliche Sparkasse Luxemburg erstellten Ausstellung des österreichischen Fotografen Heinz Cibulka Fotos von Hermann Nitschs "6-Tage-Spiel" und "om-theater" sowie andere "Anspielungen auf Tabugrenzen" enthalten waren und "auf Grund von internen Differenzen" innerhalb der Bank, wurde vergangene Woche die Schau nur rund 30 Stunden vor der für den 11. September geplanten Eröffnung abgesagt.

"285 Fotografien auf 400 bis 500 Laufmetern waren schon fertig gehängt, die Inhalte zwei Jahre lang bekannt - eine vollkommen unprofessionelle Haltung, die Ausstellung noch abzusagen", bestätigte Cibulka einen diesbezüglichen Bericht in der Donnerstag-Ausgabe der "Kronen Zeitung": Das für die Auswahl zuständige 'Comite de direction' wäre "nicht mit Fachleuten besetzt, sondern in ihm hat sich die Volksmeinung gefunden"

Cibulka erzählte, ursprünglich habe sich das Komitee innerhalb der Bank dafür ausgesprochen, einige Bilder - "die obszönen und erotischen Darstellungen" - aus der Ausstellung zu entfernen, da "man so etwas dort nicht zeigen könne. Letztlich hat dieses Komitee die Ausstellung im Gesamten annulliert". Diese war als Auftakt einer Wanderausstellung geplant. (APA)

  • Zuviel für eine ängstliche Sparkasse
    fotos: cibulka

    Zuviel für eine ängstliche Sparkasse

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