Pizza-Boykott

19. September 2002, 12:15
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Leibspeise ist den Teuro nicht wert: Der Italiener soll auf seine Pizza verzichten, rufen Konsumentenschützer

Rom - Gegen die Preiserhöhung der letzten Monate sind die Italiener aufgerufen, für einen Tag auf ihre Lieblingsspeise Pizza zu verzichten. Der Konsumentenschutzverband Aduc hat die Italiener am kommenden Samstag zu einem "Pizza-Boykott" gegen den gewaltigen Preisanstieg der Nationalspeise aufgefordert. Laut Berechnung der Organisation kosten die Zutaten für eine 210 Gramm schwere Pizza Margherita (Mehl, Tomaten, Mozzarella und Basilikum) nicht mehr als 0,49 Euro. Der Kunde muss dafür mindestens fünf Euro bezahlen, was einer 920-prozentigen Verteuerung entspricht.

"Dem Konsumenten bleibt nichts anderes übrig, als sich mit der Waffe des Boykotts zu verteidigen. Daher fordern wir die Italiener auf, am Samstag auf den Pizza-Konsum zu verzichten", so Audc-Chef Primo Mastrantoni. Seinem Appell schlossen sich auch andere Konsumentenschutzorganisationen in Italien an.

Konsumentenproteste sind in Italien an der Tagesordnung. Vergangene Woche beteiligten sich Millionen von Italienern an einem "Konsumstreik", den die Verbraucherverbände gegen die Teuerungswelle ausgerufen haben. Obwohl laut offiziellen Statistikangaben die Inflation in Italien im August um 2,4 Prozent gewachsen ist, beträgt der reale Preisanstieg laut Konsumentenschutzverbände mindestens acht Prozent. (APA)

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