Readymix Kies-Union im Halbjahr mit tiefroten Zahlen

19. September 2002, 12:06
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Preise im Keller - "Hochwasser bringt keinen Aufschwung

Wien - Der häufige Wechsel an der Spitze des Verkehrs- und Infrastrukturministeriums hemmt die heimische Bauwirtschaft, meint der Vorstand des niederösterreichischen Baustoffkonzerns Readymix Kies-Union, Wolfgang Schuster. "Drei Minister in weniger als drei Jahren (Michael Schmid, Monika Forstinger und Mathias Reichhold (alle F), Anm.) - diese Fluktuation im Infrastrukturministerium war schon eine schwere Belastung."

Jeder Minister habe den Infrastrukturplan seines Vorgängers begutachtet und dann eigene Prioritäten gesetzt, nichts davon sei wirklich in Angriff genommen worden, kritisiert Schuster in einem Pressetext vom Donnerstag. Er fordert daher einen "klaren" Infrastrukturplan zur nachhaltigen Belebung der Baukonjunktur.

"Stillstand"

Nach der Ankündigung von Neuwahlen sei für die kommenden Monate ein "vollkommener Stillstand" im Ministerium zu erwarten. "Ein Stillstand, der sich auch auf die Investitionen der Unternehmen auswirken wird", betont Schuster. "Wenn niemand weiß, welche Bauvorhaben realisiert werden, wird auch niemand in Produktionsanlagen oder neue Maschinen investieren. Das bedeutet nicht nur, dass die potenziellen Auftragnehmer blockiert sind, sondern auch deren Zulieferer und deren nachgeordnete Unternehmen."

Wegen der anhaltenden Baukrise klaffte in der Halbjahresbilanz des börsenotierten Readymix Kies-Union-Konzerns ein größeres Loch. In den ersten sechs Monaten 2002 stieg der Betriebsverlust (EBIT) deutlich von 7,0 auf 9,6 Mill. Euro. Auf Grund der schlechten Preise am Markt sei das Ergebnis hinter den Erwartungen geblieben, hieß es dazu.

Positive Signale bei Sanierung

Dennoch sieht Schuster erste positive Signale bei der Sanierung des Unternehmens: "Wir haben, was die Verkaufsvolumina im Transportbeton und Kies betrifft, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erreicht und liegen sogar über den Werten des Jahres 2000." Der Umsatz stieg im Halbjahr von 91,7 auf 98,5 Mill. Euro. Größter Unsicherheitsfaktor in den kommenden Wochen und Monaten werde die Preisentwicklung bleiben, so Schuster, "auch wenn sich zaghaft eine Konsolidierung des Marktes abzuzeichnen beginnt".

"Keinen bleibenden Impuls" für die Bauwirtschaft erwartet sich der Vorstandsdirektor von den Sanierungsarbeiten nach der Flutkatastrophe. Auch wenn diese jetzt dringend notwendig seien, würden auf Grund der fehlenden Kapitaldecke wohl nur die dringendsten Arbeiten erledigt und andere Investitionen zurückgestellt werden.

"Die Kommunen haben schon vor dem Hochwasser ihre Investitionen weitgehend zurückgenommen, weil sie für das Konsolidierungspaket der Regierung 580 Mill. Euro abliefern mussten. Diese Summe würden sie jetzt brauchen, um allein das wieder aufzubauen, was sie schon hatten." Aus diesem Grund und weil die Bauwirtschaft wegen der starken Regenfälle im August schwere Ausfälle zu verzeichnen gehabt habe, könne von einem Impuls wahrlich keine Rede sein. (APA)

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