"Kinder stören die Inszenierung des eigenen Lebens"

19. September 2002, 11:13
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Theologe Zulehner: Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssten in gleicher Weise für Männer gelten

Wien - Aus Angst vor dem Zukurzkommen verzichten nach Einschätzung des Wiener Pastoraltheologen Prof. Paul M. Zulehner immer mehr Paare auf Kinder. Männer und Frauen hätten zu wenig Energie für den Nachwuchs, da sie die Jagd nach Glück und die Inszenierung des eigenen Lebens viel zu sehr beschäftige, sagte der Theologe in einem "Kathpress"-Interview. Man müsse heute das Glück haben, "als Auto zur Welt zu kommen" und nicht als Kind, so Zulehner. Er äußerte sich zum Weltkindertag, der am Freitag begangen wird.

Ideal: Streit ums Zuhause bleiben

Seine Vision sei, dass Eltern sich eines Tages darüber streiten, wer zu Hause bleiben und die Kinder erziehen dürfe. Von einer solchen Situation sei die Gesellschaft aber noch "astronomisch weit" entfernt. Aufgabe der Politik sei es, um der Kinder willen eine Balance zwischen Erwerbsleben und Familienleben zu finden. Familienpolitik dürfe folglich jedoch nicht auf Frauenpolitik reduziert werden. Fragen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssten in gleicher Weise für Männer gelten, so der Theologe. (red)

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