Rundum erneuert auf Safari

21. Oktober 2002, 16:24
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Südafrikanische Unternehmen bieten plastische Chirurgie und Wildtier-Safaris im Kombipaket

Washington - Seit mehr als 20 Jahren reisen Ausländer zu plastischen Chirurgen nach Südafrika. Seit den vergangen zwei Jahren hat sich daraus ein organisierter Reise-Tourismus entwickelt. Bereits fünf Unternehmen bieten chirurgische Eingriffe und Safaris im Kombipaket an. Allein "Surgeon und Safari" zählt im Durchschnitt 20 Patienten pro Monat aus Übersee, erklärte Unternehmens-Chefin Lorraine Melvill gegenüber der Nachrichtenagentur CNN.

Angezogen vom günstigen Wechselkurs und der erstklassigen Betreuung in südafrikanischen Privatkliniken verbindet eine steigende Zahl von Europäern und Amerikanern chirurgische Eingriffe in die Schönheit mit ihrem Urlaub. Zu einem Preis von rund 9.000 Dollar erhält der Patient aus Übersee ein Gesichtslifting, eine Ohranlegung, eine Verkleinerung der Ohrläppchen, eine Augenlid-Operation, eine Bauchstraffung bzw. eine Fettabsaugung.

Das entspricht in etwa den Hälften der Kosten, die der Patient in den USA bezahlt hätte. Zu einem Aufpreis von 3.000 Dollar ist eine Safari in einem der bekanntesten Wildtierreservate des Landes inkludiert. Vorteil der Schönheitsoperationen im Ausland ist laut Anbietern die Möglichkeit, im Luxus und in in Abgeschiedenheit "heilen" zu können.

Vor dem Eingriff erfolgt zwischen Patient und Chirurgen eine Beratung via E-Mail. "Für gewöhnlich fordern wir ein Bild und die medizinische Geschichte des Patienten an", erklärte Rick van der Poel, ein in Johannesburg ansässiger plastischer Chirurg. Die Patienten werden am Flughafen abgeholt und operiert, gleichzeitig wird ihr postoperativer Aufenthalt arrangiert, erklärt Melvill das Geschäftsmodell von "Surgeon und Safari". Die OP-Wünsche seien altersabhängig. "Die ältere Generation bevorzugt Faltenlifting und Fettabsaugung, die jüngere Generation hat eine Vorliebe für Brustvergrößerungen".

Einige plastische Chirurgen stehen der Beratung über große Distanz bei derart bedeutenden Eingriffen skeptisch gegenüber. Klienten kämen nach Südafrika und hätten für Reise und Urlaub bezahlt. Von den Operateuren werde erwartet, dass ein Eingriff vorgenommen werde, auch wenn der Chirurg bei der persönlichen Gegenüberstellung anders entscheiden würde. Kritiker befürchten auch postoperative Komplikationen, nachdem der Patient nach Hause zurückgekehrt ist. Dem wird entgegnet, das die meisten Komplikationen gewöhnlich innerhalb der ersten zwei bis drei Tage auftreten und daher vor Ort behandelt werden können. (pte/red)

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    foto-montage: derstandard.at
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