OMV kauft in Rumänien zu

19. September 2002, 18:42
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Sperrminorität bei Rompetrol übernommen - Mehrheitserwerb mittelfristig nicht auszuschließen

OMV kauft raffiniert in Rumänien ein

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Wien - Die OMV kauft sich groß in Rumänien ein: Der heimische Öl- und Gaskonzern hat zunächst 25,1 Prozent an Rompetrol erworben. Mittelfristig will OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer den Anteil über eine Kapitalerhöhung ausbauen, Hauptobjekt der Begierde der OMV war die Rompetrol-Raffinerie Petromidia nahe dem Donaudelta am Schwarzen Meer, die mit einer Verarbeitungskapazität von fast fünf Mio. Tonnen rund halb so groß ist wie die OMV-Raffinerie in Wien-Schwechat.

Dank dieses Deals hat der österreichische Konzern nun genügend Kapazitäten, um seine Tankstellen in den Balkanländern (Rumänien, Bulgarien, Serbien) mit Sprit aus einer eigenen Raffinerie versorgen zu können. "Für den Raum Südosteuropa ist die Raffineriekapazität aus heutiger Sicht ausreichend", sagte Ruttenstorfer.

Die OMV will bis zum Jahr 2008 in der Region zwischen Bodensee und Schwarzem Meer beim Auftanken einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen. Die OMV ist seit 1999 in Rumänien aktiv und betreibt 40 Tankstellen, was einem Marktanteil von drei Prozent entspricht.

130 Tankstellen

Weiteres Asset von Rompetrol seien die vier Produktenläger, mit denen ganz Rumänien versorgt werden könne. Nicht integrieren werde man zunächst die rund 130 Tankstellen von Rompetrol, allerdings werde man das eigene Netz mit diesem eng abgestimmt und parallel führen, erläuterte der OMV-Chef.

Weil Rumänien ein schwieriger und risikobehafteter Markt sei, habe man zuerst nur eine Sperrminorität an Romeptrol übernommen. Hauptproblem: Im Balkanland würden nämlich die Ausbeute der beträchtlichen eigene Öl-und Gasförderung auch dazu benützt, um die Treibstoffpreise an der Pumpe zu subventionieren. Für die Bescheidenheit der OMV gibt es noch einen zweiten Grund: Die Raffinerie Petromidia sei zwar technisch auf dem neuesten Stand, allerdings entsprächen erst 60 Prozent der erzeugten Petrochemieprodukte dem EU-Standard. Daher seien noch weitere Investitionen in die 1990 restrukturierte Anlage erforderlich.

Marktführer überholen

Rompetrol will innerhalb von zwei Jahren zur Nummer eins im Land werden und damit die noch staatseigene Petrom auf den zweiten Platz verdrängen, lautet das ambitionierte Wachstumsziel von Rompetrol-Chef Dinu Patriciu. The Rompetrol Group NV ist ein in den Niederlanden ansässiges Öl- und Gasunternehmen. Bereits heuer soll der Umsatz von im Vorjahr knapp 700 Mio. Dollar auf rund eine Mrd. Dollar klettern. Gut zwei Drittel des Vorjahresumsatzes seien auf die Raffinerien Petromidia und Vega entfallen, bei denen umfangreiche Modernisierungen anstehen, die auch von der OMV mitfinanziert werden, sagte Patriciu.

Derzeit versorgt Rompetrol ein Drittel des rumänischen Marktes mit seinen Produkten. Die OMV hat von ihr bisher schon drei Viertel ihrer Produkte bezogen. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 20.9.2002)

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