Enron-Nachbeben bei Merrill Lynch

19. September 2002, 19:54
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Spitzen-Manager entlassen

New York - Zwei Spitzen-Manager des US-Finanzdienstleistungsunternehmens Merrill Lynch sind nach Angaben des Unternehmens wegen Verweigerung der Zeugen-Aussage in Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Enron-Konzerns entlassen worden.

Der Schritt, sich von den beiden Managern zu trennen, stehe voll in Übereinstimmung mit der Firmenpolitik von Merrill Lynch, die von allen Mitarbeitern vollständige Kooperation mit den amerikanischen Kontrollbehörden und der Justiz verlange, sagte ein Sprecher von Merrill Lynch am Mittwoch in New York.

Keine Hinweise auf Unrechtmäßigkeit

Zugleich betonte das Unternehmen, weder gegen den für das Investment-Geschäft zuständigen Vizechef Thomas Davis noch gegen den Chef der Abteilung für Energie und Strom, Schuyler Tilney, lägen irgendwelche Hinweise vor, die darauf schließen ließen, dass die Manager sich im Geschäft mit dem einst weltgrößten Energieversorger Enron unrechtmäßig verhalten hätten.

Das in Texas ansässige Unternehmen Enron hatte im Dezember 2001 Gläubigerschutz beantragt. In Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Energie- und Naturgas-Versorgungsunternehmens haben Investoren über 50 Milliarden Dollar eingebüßt. Die Börsen-Aufsichtsbehörde SEC und das Justizministerium untersuchen die Rolle des Finanzdienstleisters Merrill Lynch bei Finanztransfers von Enron.

Über die Abfindungsleistungen für die Merrill Lynch-Manager wurden keine Angaben gemacht. (APA/Reuters)

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