Regelmäßige Weintrinker haben geringeres Lymphkrebs-Risiko

19. September 2002, 09:43
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Der Grund liege weniger am Alkohol sondern am Inhaltsstoff der Traube Resveratrol

Washington - Männer, die regelmäßig nicht allzu große Mengen Wein trinken, scheinen ein geringeres Risiko zu haben, am Non-Hodgkin's-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) zu erkranken. Dies hat eine Studie gezeigt, die US-Wissenschafter durchgeführt haben.

Non-Hodgkin's-Lymphom ist in den USA die fünfthäufigste Krebsart. Ob allerdings der Weinkonsum in direktem Zusammenhang mit der geringeren Erkrankungsrate steht oder ob Weintrinker wegen ihres in den USA im allgemeinen höheren Lebensstandards weniger oft erkranken, können die Wissenschafter nicht definitiv sagen.

Mit Alkohol habe der Effekt allerdings nichts zu tun, erklärte Nathaniel Briggs vom Meharry Medical College in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Bei regelmäßigem Konsum von Spirituosen oder Bier wurde keine verringerte Krebsrate festgestellt. Beim Non-Hodgkin's-Lymphom sind die Risikofaktoren bisher sehr gering erforscht. Lediglich ein geschwächtes Immunsystem und die Einwirkung gewisser Chemikalien wurden als mögliche Auslöser festgestellt.

Studie

Bei der Studie wurden 960 Männer im Alter von 32 bis 60 Jahren, die in den Jahren 1984 bis 1988 an Lymphdrüsenkrebs erkrankten, mit 1.717 gesunden Männer aus der selben Altersgruppe verglichen. Bei Männern, die seit ihrer Jugend täglich ein oder mehrere Gläser Wein tranken, war das Risiko, an Non-Hodgkin zu erkranken, drei Mal geringer als bei den übrigen.

Inhaltsstoff Resveratrol hat krebshemmende Wirkung

Verantwortlich für die geringere Lymphdrüsenkrebsrate bei Weintrinkern könnte der in Weintrauben gefundene Inhaltsstoff Resveratrol sein, bei dem eine krebshemmende Wirkung festgestellt wurde. Wenn sich die Ergebnisse bei weiteren Studien erhärten könnte eine Präventions-Strategie gegen den Lymphdrüsenkrebs entwickelt werden, etwa durch regelmäßigen Genuss von Weintrauben, Traubensaft oder Resveratrol-Extrakten.

Keine Tests an Frauen

Da für die Studie nur Männer untersucht wurden, sind die Ergebnisse möglicherweise auf Frauen nicht anwendbar. Die Wissenschafter wollten auf keinen Fall Alkoholkonsum bei Jugendlichen fördern oder rechtfertigen. Die Studie wurde im September im American Journal of Epidemiology veröffentlicht.(APA)

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