Jedes Gesicht wie ein Schlüssel

18. September 2002, 22:36
posten

Zugangskontrolle heimischer Biometriefirma

Seit den Terroranschlägen des Vorjahres ist das Interesse an biometrischen Verfahren - die Erkennung von individuellen Körpermerkmalen zur Personenidentifizierung - sprunghaft gestiegen, auch wenn sie in der Praxis weiterhin nur eine geringe Rolle spielen. Ein Unternehmen aus Bruck an der Leitha, Interbiometrics, stellte auf der Ifabo ihr System zur Zugangskontrolle vor.

"Gelernt"

Berechtigte Benutzer von Computern, Bankomaten oder abgesperrten Bereichen verwenden zur Identifizierung ihr Gesicht anstelle eines elektronischen Schlüssels. Eine Kamera liefert von der betreffenden Person ein Foto, das vom System zuerst "gelernt" wird: Dabei wird aus charakteristischen Merkmalen wie dem Abstand der Augen oder der Augen zu Nase und Mund ein Code erstellt. Dieser Code wird mit den Daten aus der aktuellen Gesichtsaufnahme verglichen.

Dabei wird eine spezielle Infrarotkamera verwendet, die sich mit ihrer weltweit einzigartigen Seriennummer gegenüber dem System identifiziert, um die Zulieferung gefälschter Daten zu verhindern.

Nischen

Derzeit sind diese Anwendungen noch Nischenprodukte, sagt Interbiometrics-Chef Peter Wolfram: Kunden kommen derzeit u. a. aus dem Militär- und Industriebereich. Beim Tennisturnier CA-Challenge in Graz wurde damit der Zutritt zum Backstagebereich kontrolliert.

Für einen Zweck ist das System nicht verwendbar: Für die Identifizierung von gesuchten Personen durch Kameras in öffentlichen Bereichen. Dazu kann die Erkennung zu leicht vereitelt werden, etwa durch eine Brille oder eine vorgehaltene Hand. (spu, DER STANDARD Printausgabe)

Share if you care.