Afrikas Wüsten auf Teil-Rückzug

21. September 2002, 18:47
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Satellitenbilder zeigen Zunahme des Grüns südlich der Sahara - dennoch noch immer 45 Prozent Afrikas durch Desertifikation bedroht

London - Afrikas Wüsten ziehen sich zurück. Wie Luftaufnahmen und Satellitenbilder aus der Region belegen, werden einst trockene Wüstengebiete grüner. Mit der Rückkehr der Vegetation kehren auch die Menschen in ihre Heimat zurück, die vor der Dürre in die feuchteren Küstenregionen geflohen waren. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2361, S. 4). Die Vereinten Nationen gingen derzeit allerdings davon aus, dass etwa 45 Prozent des afrikanischen Kontinents durch Wüstenbildung bedroht seien.

In Burkina Faso, einem der trockensten Länder in Westafrika, seien als Folge des Wüstenschwunds die Erträge der Bauern in den vergangenen Jahren um etwa 70 Prozent gestiegen, berichtete Chris Reij von der Freien Universität Amsterdam dem "New Scientist". Auch in der Sahelzone am südlichen Rand der Sahara hat die Vegetation in den vergangenen 15 Jahren deutlich zugenommen. Die Pflanzen der Sahelzone entzögen der Atmosphäre mittlerweile derart große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid, dass die Region sogar zu einer Abschwächung der weltweiten Klimaerwärmung beitrage, meint der britische Forscher Andrew Warren vom Londoner University College.

Auf die Frage, warum die Wüsten grüner werden, haben die Wissenschafter noch keine eindeutige Antwort. Einige glauben, der Vegetationszuwachs sei auf eine Zunahme der Regenfälle nach den großen Dürren der siebziger und achtziger Jahre zurückzuführen. Zudem würden die Bauern ein sofortiges Abfließen des Wassers nach den teils heftigen Regenfällen verhindern, indem sie Steinwälle um ihre Felder legen. Auch die Erosion des Bodens werde auf diese Weise gestoppt. (APA)

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