NGOs drängen auf Beitritt Österreichs zur Bonner Konvention

18. September 2002, 19:56
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Greenpeace: Naturschutzthemen verdienen höhere Priorität

Wien - Die drei Umweltschutzorganisationen Greenpeace, der World Wide Fund for Nature (WWF) und die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) haben am Mittwoch in einem Brief Umweltminister Wilhelm Molterer sowie die Landeshauptleute dazu aufgefordert, eine Konvention über das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten einzuleiten. Österreich ist der einzige EU-Staat, der nicht Mitglied der Bonner Konvention ist. Beim deren diesjährigen Treffen wäre Österreich als "Walschutznation" dringend gefordert, da Australien entsprechende Anträge eingereicht hat, sieben Walarten unter Schutz zu stellen. Die 7. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention beginnt in Bonn.

Josef Temmel von Greenpeace Austria betont, dass es für die drei Umweltorganisationen unverständlich ist, warum Österreich noch nicht Mitglied in diesem Abkommen ist, obwohl Naturschutzthemen in Österreich sonst eine hohe Priorität haben. So weist Temmel auf die Mitgliedschaft im Washingtoner Artenschutzabkommen hin, auf die internationalen Walfangkommission sowie auf die Unterzeichnung des Bonner Konventionsmemorandums zum Schutz der Großtrappe.

Regeln der Convention on Migratory Species sollen auch für Österreich gelten

Temmel bezieht sich dabei auf die Entschließung des Nationalrates vom 21. März 2002, in der die österreichische Bundesregierung ersucht wird, "sich weiterhin bei anderen, die Meeresumwelt und -ressourcen betreffenden Konferenzen und Initiativen zu engagieren, um die negativen anthropogenen Einflüsse auf Wale und Delfine zu reduzieren".

Greenpeace, WWF und WDCS weisen darauf hin, dass die EU Mitglied in der CMS (Convention on Migratory Species) ist und die Bestimmungen dieses Übereinkommens geltendes EU-Recht darstellen. Die Regeln seien auch für Österreich verpflichtend, meint Temmel, ohne dass Österreich als Nichtmitglied Einfluss auf die Entscheidungsfindung hätte. Österreich soll seine Verantwortung im Natur- und Artenschutz wahrnehmen und rasch Mitglied der CMS werden, appellieren die drei Organisationen an Molterer. (red)

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